Über den Chef lästern…

Darf man das? Immerhin ist er der (oder, politisch korrekt und ziemlich langweilig formuliert) die, der einem die Lohntüte füllt.

Man arbeitet für den Chef, und er ermöglicht einem das Leben.

Oder so.

Und dann dies: eine Arbeitnehmerin (also auch Lohnnehmerin) lästerte über den Chef. Kein Einzelfall.

Ein freundlicher Zuträger informierte den Chef, und flugs wurde die Missetäterin entlassen.

Eigentlich nichts Besonderes, passiert doch andauernd, nicht?

Dieser Fall ist anders. Die im wahrsten Sinne des Wortes Ent-Lohnte wehrte sich dagegen – und bekam sogar Recht.

Darüber kann man hier lesen http://www.focus.de/karriere/arbeitsrecht/kuendigungsschutz-auch-arbeitnehmer-duerfen-eine-meinung-haben_aid_457713.html

 

Oh, oh, werte Chefs (und Chefinnen)… Da hatte man so sehr gehofft, die Krise und die Angst würden dafür sorgen, daß solcherdinge nicht mehr geschehen können.

Evaluation und kritische Hinweise, oder wie man das nennt, wären für alle Zeiten vom Tisch…

Ob allerdings die Einschätzung der Arbeitnehmerin (die vermutlich demnächst aus einem anderen Grunde eine Hut-Nehmerin sein wird, und es vermutlich auch schwer haben wird, eine andere bezahlte Stelle zu finden – man findet schon Mittel und Wege) zutreffend war, und welchen betrieblichen Bereich sie betraf, ist leider nicht mit übermittelt worden.

Dabei wäre das doch hochinteressant für uns.

Denn, wo ist Kritik erlaubt und wo nicht?

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2 Antworten to “Über den Chef lästern…”

  1. Michael (Eifelpfeil) Kieweg Says:

    Dazu eine Geschichte aus meinem „wahren Leben“. Es geht zwar nicht um den Chef, aber mindestens genauso wichtig, um den Kunden.
    Meine Lady arbeitet als Verkäuferin im größten Supermarkt unserer Gegend.
    Vor ca. 3 Wochen erschien in unserer Tageszeitung ein Leserbrief, in dem sich eine Frau über unhöfliches Personal in den Läden beschwerte.
    Die alte Leier halt: Der Kunde ist König und das Personal gefälligst immer lächelnd vergnügt, blabla…
    Da ich ja nun fast täglich Geschichten zu hören bekomme, welche Unverschämtheiten sich die werten Kunden gegenüber dem Verkaufspersonal herausnehmen, fühlte ich mich bemüßigt eine Replik auf diesen Leserbrief zu schreiben. Darin habe ich geschrieben, daß meiner Meinung nach ebenso den Kunden etwas mehr der Freundlichkeit, die sie vom Personal so selbstverständlich fordern, gut zu Gesicht stände.
    Auch dieser Leserbrief wurde abgedruckt.
    Und prompt kamen die Kollegen und Kolleginnen meiner Holden angerauscht und fragten sie, warum sie mich nicht gehindert habe soetwas zu schreiben. Das würde doch ihren Job gefährden und sie müsste doch Angst haben, daß der Chef ihr jetzt aufs Dach steigt, weil ich was gegen die Kundschaft geschrieben habe.
    So duckmäuserich, rückgratlos und feige, sind weite Teile der Arbeitnehmerschaft, daß sie schon in vorauseilendem Gehorsam sich selber einnorden und dem Chef die „Arbeit abnehmen“.
    Deshalb sind Geschichten, wie die Obige heute eine Nachricht wert, anstatt als Selbstverständlichkeit mit einem Schulterzucken zur Kenntnis genommen zu werden.

  2. yerainbow Says:

    ja, gelernt ist gelernt, und Angst ist ein harter Lehrer.

    Mein Großvater hatte hingegen einen ganz anderen Spruch dazu:

    Der Esel, der sich den Sack selbst aufhuckt, braucht sich nicht wundern, wenn er den Stock noch dazu bekommt.

    Wir sind noch immer im Zustand der Leibeigenschaft, wenns auch bissl durch den Feierabend verdeckt ist. Die Arbeitslosen haben gar keinen…

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