Die Hausaufgaben-Falle

Da gibt es einen bekannten Politiker namens Sarrazin. Ich habe mich früher für solche Leute nicht weiter interessiert, Lokalpolitiker machen halt lokale Politik, was bedeutet, für mich war das nur interessant, wenn ich auch dort wohnte.

Sarrazin unterscheidet sich von solchen Lokalpolitikern deutlich. Man kann das sehen, wie man will, aber der Mann ist bekannt. Vielleicht ist dies ja der Zweck der Übung?

Nun hat er wieder eine neue Idee. Er hätte gern Schulminister sein wollen, sagt er dazu. Es scheint ihn ziemlich motiviert zu haben. Wie immer fehlts dabei aber am Minimum an Fachwissen, wie man gleich sehen kann…

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,682806,00.html

Die neueste Idee: Bei fehlenden Hausaufgaben wird das Kindergeld gekürzt.

Oha, tolle Idee…. Klar sollen die Kinder ihre Hausaufgaben machen. Lernen und Üben sind wichtige Elemente der kindlichen Entwicklung.

Allerdings ist nicht alles so, wie es scheint. Der Ort des Lernens ist für einen Schüler die Schule. Dort wird er von Fachkräften, die dafür auch Geld kriegen (kriegt eigentlich Sarrazin Geld? Wenn ja, wofür genau?), angeleitet und Wissen vermittelt.

Nicht nur Wissen wie: „wie heißt der größte Binnensee der Welt“ oder sowas. Sondern auch strukturelles Wissen wie: „Wie lernt man, wie erarbeitet man sich ein Thema“. Wenn man mal in die Praxis guckt, läuft es aber leider nicht immer didaktisch so gut.

Da schafft ein Lehrer sein Programm nicht, und flugs gibt es Hausaufgaben, um das Fehlende selbst irgendwie hinzukriegen. Ohne Anleitung durch den Fachmann? Braucht es etwa keinen Fachmann? (… wozu haben wir sie dann?)

Da werden Hausaufgaben aufgegeben, nicht jedoch die Erledigung kontrolliert. (Lernt der Schüler da nicht vor allem, es sei nicht wichtig, ob oder ob nicht – interessiert ja eh keinen, vor allem nicht den Auftraggeber…)

Und es werden Hausaufgaben aufgegeben, und dabei erwartet, daß die Eltern sich „drum kümmern“…

Darf man jetzt davon ausgehen, daß auch im günstigsten Falle die Eltern also den Lehrerjob zu übernehmen haben – wenigstens als Hausaufgabenlehrer – und auch alle das entsprechende Fachwissen haben?

Aber vielleicht benötigen Hausaufgabenlehrer kein Fachwissen?

Gehalt benötigen sie offensichtlich ja auch nicht.

Machen sie ihren Job aber zu schlecht, sollte man natürlich vom nicht vorhandenen Gehalt noch was abziehen. Strafe muß sein, Eltern sollten das wissen.

Wer eigentlich bezahlt dem Herrn Sarrazin sein Gehalt? Ich meine, als Politiker ist er doch der Angestellte des Volkes, oder etwa nicht?

Sollte man nicht ein wenig drüber nachdenken, ob er seine Hausaufgaben macht, und wie man mit seinem Gehalt zu verfahren habe?

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