Sex um jeden Preis?

Gastbeitrag


Ich kann es nicht mehr hören. Dieses oder jenes gefährdet Arbeitsplätze. Nun betrifft es die Sexindustrie. Ein Prostitutionsverbot gefährdet Arbeitsplätze.
Ach ja? Wer hat den Kotsammler damals gefragt, als Toiletten in den Häusern zum Standard wurden. Oder was ist mit den Scharfrichtern? Keine öffentlichen Hinrichtungen mehr
und schon war wieder eine Berufsgruppe außen vor. Oder Sklavenhändler? Kein Sklavenhandel, kein Bedarf an Sklavenhändlern. Und die haben bestimmt nicht freiwillig
ihren Job aufgegeben. Und nun also die „Sexarbeiter“ aka Nutten (kein Kunde geht zu einer Sexarbeiterin).

Ich habe nichts dagegen, wenn zwei (oder meinetwegen auch mehr) Bock aufeinander haben und es vogelwild treiben. Aber muss dabei Geld fließen? Muss der Kunde sich temporär einen
Körper zum Gebrauch kaufen?

Wir leben in einer Solidargemeinschaft. Das Ziel einer Solidargemeinschaft ist, einem größtmöglichen Anteil der Bevölkerung ein bestmögliches Leben zu ermöglichen.
Solidargemeinschaft heißt nicht, alles für alle. Ist es nun in einer solchen Gesellschaft nötig, dass sich ein paar wenige Männer Körper kaufen können auf Kosten der
physischen und emotionalen Unversehrtheit der Anbieterinnen. Wohl kaum!

Und denkt die Solidargemeinschaft mal etwas weiter. Diese Sexarbeiterinnen können arbeitslos werden und werden mit Sicherheit auch alt (die meisten jedenfalls).
Dann bezahlt Ihr aus Euren Sozialabgaben deren Arbeitslosengeld und deren Rente (falls sie sowas überhaupt bekommen). Wäre es nicht besser, diese Mittel für
ein vernünftiges Gehalt z.B. bei Krankenschwestern oder Lehrerinnen einzusetzen?

Sex ist eine tolle Sache. Jeder sollte ihn haben. Wenigsten ab und zu. Aber in einer modernen Gesellschaft, die wir doch hoffentlich sind oder werden wollen,
sollte der Kauf und Verkauf von Körpern zwecks Gebrauch nicht mehr erlaubt sein. Wie gesagt, nicht jeder hat das Recht auf alles.

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