Archive for the ‘Geistesblitz’ Category

Sex um jeden Preis?

August 5, 2020

Gastbeitrag


Ich kann es nicht mehr hören. Dieses oder jenes gefährdet Arbeitsplätze. Nun betrifft es die Sexindustrie. Ein Prostitutionsverbot gefährdet Arbeitsplätze.
Ach ja? Wer hat den Kotsammler damals gefragt, als Toiletten in den Häusern zum Standard wurden. Oder was ist mit den Scharfrichtern? Keine öffentlichen Hinrichtungen mehr
und schon war wieder eine Berufsgruppe außen vor. Oder Sklavenhändler? Kein Sklavenhandel, kein Bedarf an Sklavenhändlern. Und die haben bestimmt nicht freiwillig
ihren Job aufgegeben. Und nun also die „Sexarbeiter“ aka Nutten (kein Kunde geht zu einer Sexarbeiterin).

Ich habe nichts dagegen, wenn zwei (oder meinetwegen auch mehr) Bock aufeinander haben und es vogelwild treiben. Aber muss dabei Geld fließen? Muss der Kunde sich temporär einen
Körper zum Gebrauch kaufen?

Wir leben in einer Solidargemeinschaft. Das Ziel einer Solidargemeinschaft ist, einem größtmöglichen Anteil der Bevölkerung ein bestmögliches Leben zu ermöglichen.
Solidargemeinschaft heißt nicht, alles für alle. Ist es nun in einer solchen Gesellschaft nötig, dass sich ein paar wenige Männer Körper kaufen können auf Kosten der
physischen und emotionalen Unversehrtheit der Anbieterinnen. Wohl kaum!

Und denkt die Solidargemeinschaft mal etwas weiter. Diese Sexarbeiterinnen können arbeitslos werden und werden mit Sicherheit auch alt (die meisten jedenfalls).
Dann bezahlt Ihr aus Euren Sozialabgaben deren Arbeitslosengeld und deren Rente (falls sie sowas überhaupt bekommen). Wäre es nicht besser, diese Mittel für
ein vernünftiges Gehalt z.B. bei Krankenschwestern oder Lehrerinnen einzusetzen?

Sex ist eine tolle Sache. Jeder sollte ihn haben. Wenigsten ab und zu. Aber in einer modernen Gesellschaft, die wir doch hoffentlich sind oder werden wollen,
sollte der Kauf und Verkauf von Körpern zwecks Gebrauch nicht mehr erlaubt sein. Wie gesagt, nicht jeder hat das Recht auf alles.

„gendergerechte“ Sprache und ihre eigentliche Funktion

August 18, 2019

Als Luise Pusch et al. seinerzeit die Idee zur „gendergerechten Sprache“ hatte, war die Grundidee dahinter denkbar einfach: die bis dahin so unsichtbaren „mithelfenden Ehefrauen“ und andere dienstbare weibliche Wesen endlich sichtbar zu machen.

Das war zu der Zeit auch sinnvoll. Noch nicht lange her, da konnte Frau allenfalls heiraten, aber kein eigenes Geld verwalten (bis 1962), kein Sorgerecht für Minderjährige erhalten (bis 1969), keinen Vertrag ohne Zustimmung des Ehemannes abschließen (bis 1977) – das betraf auch den eigenen Arbeitsvertrag. Bis 1997 hatte eine Ehefrau keine Entscheidungsbefugnis über ihren Körper, sollte ihr Mann auf Sex bestehen.

Bis 1958 enthielt das BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) den Gehorsamsparagrafen 1354. Dieser räumte dem Mann die alleinige Entscheidungsbefugnis in allen Fragen des ehelichen Zusammenlebens ein.

Daß Frauen ebenso wie Männer Kranführer, Kraftfahrer, Institutsleiter, Geschäftsführer und was sonst noch sein könnten, hatte sich einfach noch nicht herumgesprochen. Daß sie, einfach so, eigene Entscheidungen treffen können, eigene Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln und üben, ist eine recht neue Idee (in der Freien Welt, anderswo gab es das schon früher, was aber nicht Gegenstand dieser Betrachtung sein soll).

Inzwischen spricht es sich herum, daß Frauen das alles können, auch wenn oft noch gespöttelt wird. Und „weibliche Minderleistung“ wird noch so lange in der Auffassung der Öffentlichkeit kolportiert werden, wie Frauen sich von solchen Vorannahmen beeindrucken lassen…

Das Gendern der Sprache ist perfekt geeignet dafür, leider. Die ursprüngliche Idee erweist sich als Pferdefuß.

Kleines Beispiel? Ich wurde mitunter schon angepflaumt, gern von Feministinnen, „wieso ich mich als Experten bezeichnen würde, nicht als Expertin?!?“ und das in anklagendem Ton.

Ja, wieso nur? Weil es hochproblematisch wäre, würde es an meiner Expertise etwas ändern, ob ich nun Experte oder Expertin bin.

Und genau dafür wurden in verschiedenen Sprachen die Unterschiede für männliche oder weibliche Tätigkeiten, Ergebnisse, Anforderungen erfunden: um sofort zu sehen, ob es ein Mann nicht eindeutig besser kann. Denn eine Frau, das war ja klar, war nur zweite Garnitur, mit kleinem grammatikalischem Kunstkniff sofort sichtbar.

Und wir versuchen das mit Macht durchzudrücken? Genauso wie die rosa Markierungen der „Sachen für Mädchen“? Aber das wäre schon wieder einen Extra Artikel wert. (Oder, da ich weiblich bin, eine Artikelin…)

Osterbesuch aus dem Chiemgau

April 16, 2015

Wir haben Freunde, die leben im Chiemgau. Das ist der Ort, an dem der Legende nach schon ein Meteor Komet eingeschlagen wäre.
Glaubhaft erzählten sie uns auch, daß es im Chiemgau Gemsen gibt, die Eier legen und ausbrüten.
Und nun kamen sie uns besuchen, und brachten als Geschenk tatsächlich auch Original Gemseneier mit. Wir haben sie an einem günstigen Ort gelagert, um zu sehen, was passiert…
1Zuerst passierte gar nichts. Wir schauten noch einmal ganz genau hin! Passiert nun etwas?
2Und da, heimlich und völlig unbeobachtet, geschah es doch… Man mußte aber schon sehr genau darauf acht geben.

3Noch nichts gesehen?
Doch, genauer hingucken!!
4Und dann ging es ganz schnell…
8und hoppla…
10tap-tap-tap….
103und schon waren alle fort… so schnell geht das. Wir haben sie leider nicht einfangen können. Eine sahen wir später noch mal ganz kurz von weitem, aber sie war so scheu, sie ist schnell weggesprungen…
Darum ist das Foto auch in Eile entstanden und nicht besonders scharf geworden. Wir zeigen es euch trotzdem, vielleicht seht ihr mal eine von ihnen…
097Na, wer hat sie entdeckt? Sie versteckt sich im Eingang…
Wir warten schon darauf, daß unsere Freunde aus dem Chiemgau wieder einmal herkommen und uns besuchen. Wer weiß, was sie uns diesmal mitbringen…

Beschneidungs-Gesetzesentwurf: Ich bin empört!

Oktober 12, 2012

Gastartikel von Hans Trutnau
Ich bin empört!

Das (= der Gesetzentwurf des CDU/FDP-Kabinetts, s. http://www.taz.de/Gesetzentwurf-des-Bundeskabinetts/!103271/   Mitte links im Kasten dokumentiert) ist ja wohl ein Schlag ins Gesicht eines jeden Rechtsstaats!  Mal ganz abgesehen von Kindeswohl, ärztlicher Kunst, Ausbildung etc. – wer überprüft da wie was?

Kindesmisshandlungen, Züchtigung von Kindern, selbst Kupieren von Tieren ist VERBOTEN!

Welchen Praktiken wird da Tür und Tor geöffnet?
Nächstes Jahr kommt eine x-beliebige Migrantengruppe aus z.B. dem Sudan daher und verlangt (erfolgreich?!), dass ihre Jahrhunderte bis -tausende Jahre alte ‚Tradition‘ der (Klitorisvorhaut-)Beschneidung von Mädchen erlaubt wird.  Oder das Abschneiden von Ohr-Spitzen, -Läppchen oder irgendwelcher anderer Körperteile von Betroffenen ohne deren Einwilligung…
Inwiefern unterscheidet sich Male Genital Mutilation (MGM) von Female Genital Mutilation (FGM) oder irgend einer anderen Verstümmelung? FGM ist m.W. bei uns nicht explizit verboten, aber geächtet und wird daher in breitem Konsens wie (fast!) jede andere Körperverletzung verurteilt. Weiterführender Link: http://blog.alm.at/male-genital-mutilation/

MGM ist wie FGM vorsätzliche Körperverletzung, die BILLIGEND in Kauf genommen wird und geächtet und VERBOTEN gehört! Das hat null und nichts mit Antisemitismus zu tun; ein Vorwurf dieser Art ist schlicht grotesk!

Empört Euch!

Wie man Rezensionen über unliebsame Werke verfaßt…

Mai 31, 2010

Aus einer Diskussion (farbige Hervorhebungen von mir):

Herr A:
Zu dem Thema möchte ich aus einer Rezension zitieren, die ich kürzlich schrieb. Weiterhin bin ich teilweise durchaus Romantiker und für Toleranz gegenüber Religionen, durchaus auch für Kooperation. Und ich lasse mir deswegen NICHT nachsagen, ich habe auch nur IRGENDETWAS mit Nazis zu tun- im Gegenteil kann ich nachweisen, daß ich mein Lebtag Antifaschist war!

Der Gotteswahn
von Richard Dawkins
„…Um mich vorab zu positionieren: ich sehe mich momentan als Pantheist/ Panentheist. Dawkins kann ich immer dann zustimmen, wenn er Scheinchristen / Nominalgläubige, Pervertierungen von kirchlichen oder sektiererischen Institutionen und ihrer Funktionäre, Entstellungen und gefährliche Widersinnigkeiten von Religionssystemen und ihrer entsprechenden (heiligen) Schriften, u.ä. kritisiert, angreift und sie verdammt.
Die Landschaft ist in diesen Hinsichten sehr weit und wohlfeil- und leider braucht man da nicht einmal nur auf extreme Sekten, oder inquisitorische Jahrhunderte zurück greifen… !
– Institutionen und ihre „Fürsten“ und Bürokraten.
– Religionssysteme und ihre Lehren und Schriften.
– Der Glaube an etwas „Anderes“, „Zusätzliches“, „Höheres“, an Gott, wenn man so will.
= Dies sind noch immer (mindestens) drei verschiedene Dinge! Leider werden sie gar zu oft scheußlich vermengt- und das nutzt niemandem wirklich.
An dem Punkt, an dem Dawkins nach dem Erschaffer Gottes, wenn es ihn seiner Ansicht nach „denn gäbe“, fragt, offenbart sich sein Dilemma.
Er bewegt sich INNERT eines, unseres (materiellen / physikalischen) Systems. Er setzt dieses absolut und schließt jede Metabetrachtung implizit aus.
Drei naturwissenschaftlich „heilige“ Grundgesetze / Grundsätze (oder auch: Konzepte) sind unabdingbar, um unsere Welt komplett zu ordnen, begreifbar, erklärbar und grundsätzlich auch beherrschbar zu machen.
Zeit. Raum. Kausalität (also die zwingende Verknüpfung von Ursache und Wirkung).
Das sind elementarste Dinge. … -sie versagen jedoch kläglich, wenn es um die Erklärung z.B. von „Ewigkeit“ und „Unendlichkeit“ geht. Und sie versagen in der Frage wie es zum „ersten Anfang“ von Energie / Materie kam.
Allein dies rechtfertigt für mich schon die Frage nach Gott- und insofern stellt bereits der Titel des Buches eine persönliche Beleidigung für mich da. Nicht JedeR, der Gott für denkbar hält, oder als existent ansieht, ist sogleich ein „Wahnsinniger“.
Noch einen Nachsatz zu den Glaubenssystemen: Meine persönliche „Gretchenfrage“ ist da stets: „Geschieht das, was Du lehrst und tust, im Geiste der Liebe -oder tut es das nicht?“
Die zweite Frage darf dann durchaus noch die nach der Toleranz gegenüber Anders- / Nichtgläubigen sein. = Meine Attitüde hierzu findet sich in E. Lessings „Nathan der Weise“. Fazit: abgesehen von der Gottesfrage an sich, ein durchaus sinnvolles Buch, das wichtige und richtige Kritikpunkte oft mehr als deutlich benennt.

Frau B:
Herr A, Du hast den Dawkins schon gelesen?
Kanns kaum glauben. Denn dann wäre Dir aufgefallen, daß er mit den Religiösen sehr zartfühlend umgeht…
Der Titel ist ein Übersetzungsproblem. „Delusion“ bedeutet nicht unbedingt wirklich „Wahn“, sondern auch Irrtum, Irreführung, Täuschung.

Diese stigmatisierende Härte hat nur der deutsche Titel. Und so weit ich weiß, machen gern die Verlage selbst die Titel… habs mir zumindest erzählen lassen…
Ob es da so war, weiß ich allerdings nicht.

Herr A:
Ich habe nicht behauptet, ich hätte das Buch gelesen. Ich habe nur gesagt, daß ich eine Rezension darüber geschrieben habe.
Wenn sich da inhaltlich zartfühlende Worte finden- sehr nett. Das ändert aber nichts daran, dass der Denkansatz im Vergleich zum gestellten Thema falsch ist. Wenn es um Kirchen / Sekten oder um Religionssysteme geht: wunderbar. Da liegt bei sehr vielen sehr vieles im Argen.
Das hat aber mit mehreren anderen Dingen nichts zu tun. Z.B. damit, ob und welche Macht / Kraft / Wieauchimmer es außerhalb des herkömmlichen physikalisch- materiellen Weltbildes noch geben könnte.
Und übrigens auch nicht mit vielen „einfachen“, gutwilligen Gläubigen, die im Alltag mit einer durchaus vernünftigen Mischung aus Gesinnungs- und Verantwortungsethik agieren.
Ich habe die ganze Zeit überlegt, was mich stört. Es ist denke ich Deine Art Meinungen und Überzeugungen dezidiert als Erkenntnisse und objektive Wahrheiten hinzustellen. Das mag ich nicht, daß ist mir unsympathisch.
Mag sein, ich projeziere da teilweise- ich wurde (als evangelischer Kirchenausgetretener, etc.) im SL schon als Christ und damit Mitverantwortlicher und Befürworter von Kreuzzügen, Inquisition und Hexenverbrennung heftigst angegriffen und gebranntmarkt. Von jemandem der sich als Atheist und vor Allem als Humanist bezeichnete, selbst aber IMHO regelrechte Kreuzzüge gegen JedeN veranstaltete, der / die auch nur von Weitem nach etwas religiösem aussah.
Wie dem auch sei- was mich an den Atheisten derart stört, ist diese „Erkenntnis“, diese „objektive Gewißheit“, daß es „nichts Anderes gibt“- woher kann und soll die bitte kommen? Das ist IMHO genauso arrogant, wie Kirchenfürsten die glauben im Besitz der Wahrheit über Gottes Bartlänge zu sein.
Ich denke da spielen eher ganz starke unterdrückte Emotionen mit …
Vor allem wohl die Angst man könne später enttäuscht werden, wenn man anders glaubte und fühlte …
MfG
Herr A.

Frau B:
Wie…. Du schreibst ne Renzension über was, das Du gar nicht kennst?
Da bin ich aber baff.
Zu welchem Thema schriebst Du die denn dann?
Bin da etwas ratlos….
Vielleicht überwindest Du Dich noch, und liest ihn doch noch – irgendwann?
{…}

Herr A:
Ja, richtig, -ich bin einer von denen, die Bücher rezensieren ohne sie komplett gelesen zu haben -und das zugibt. Weit verbreitet ist diese Technik durchaus. Das muß inhaltlich keineswegs Unredlichkeit implizieren. {…}

Fassen wir diese Diskussion zusammen.
– Rezensionen schreibt man, ohne die Bücher, auf die sie sich beziehen, zu kennen
– Unredlich ist das nicht, sondern üblich. Eine weit verbreitete Technik.

Dieses erklärt vieles.

Sexualstraftäter bleibt auf freiem Fuß – rechtsstaatlich abgesegnet

Januar 13, 2010

http://www.sueddeutsche.de/,tt1m1/politik/728/500000/text/

Ein aus der Haft entlassener, einst verurteilter Sexualstraftäter, darf nicht in rückwirkende Sicherheitsverwahrung genommen werden. Das deutsche Rechtssystem hat zwar vor einigen Jahren die Sicherheitsverwahrung eingeführt, um künftigen möglichen Opfern einen größtmöglichen Schutz zu gewährleisten.

Das bedeutet, ein erklärtermaßen gefährlicher Krimineller, der mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere entsprechende Täten begehen würde, muß in Verwahrung bleiben, um ihn daran zu hindern, weitere Menschen zum Opfer zu machen.

In diesem Fall geht das nicht, obwohl die Beteiligten sich einig sind, daß der Entlassene gefährlich ist. Er selbst hat daran wohl auch keine größeren Zweifel aufkommen lassen.

Die deutsche Justiz gibt nämlich eine nachträgliche Sicherheitsverwahrung nicht her. Das bedeutet für jedes weitere Opfer nichts anderes als: „Pech gehabt, die Justiz hat kräftig gepennt…“

Man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt. Nicht nur im Hinblick auf künftige Opfer eines bekannten Sexualstraftäters.

Auch in der Frage, wie das mit den deutschen Gesetzen so weitergeht…

Hartz4-Totalreform?

Januar 8, 2010

Rüttgers, der gute Mensch von Sezuan, will Hartz4 reformieren.

Hier nachlesbar

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,670731,00.html

Feine Sache das, wenn es dafür sorgt, daß Menschen sich nicht mehr als Nutzlose vor dem TV zum geistigen Winterschlaf platzieren. Gute Idee auch, daß sie mehr dazuverdienen dürfen sollen. Wer weiß, vielleicht würde es den einen oder anderen – prinzipiell eher ehrlich strukturierten – Menschen zu weniger Schwarzarbeit verführen.

Obwohl es eher eine Sache der Chefs ist, ob sie bereit sind, jemanden wahrhaftig für seine Leistungen zu entlöhnen, auch nebenkostenmäßig…

Aber warten wir es einfach ab.

Möchte jemand Prognosen abgeben?

Ich tippe ja darauf: der Name wird geändert, die Daumenschrauben eine Runde weitergedreht (man mache sich frisch…) und sonst… sonst…

Nun ja. Eine Umbenennung ist doch auch schon eine Reform, nicht wahr?

Alternativ-Heilung

Januar 7, 2010

Die Alternativ-Heiler haben immer Konjunktur.

Es handelt sich dabei um Heilmethoden, die „garantiert ohne Nebenwirkungen“ sind (hm, ich habe da meine Zweifel, denn NICHTS ist wirklich ohne Nebenwirkungen, selbst der unschuldige Schlaf auf der Couch kann neben einem Traum doch noch ganz andere Nebenwirkungen haben, zumal wenn man nicht alleine ratzt…) und die nicht von Ärzten durchgeführt werden.

Oder aber, in der Neuzeit, AUCH von Ärzten angeboten wird, dann aber hübsch selbst zu berappen wäre (Stichwort IGEL -Liste).

Nun wollte ich mich gar nicht über die bekannten Methoden auslassen, das ist schon langsam langweilig. Wer sein Geld zum Wunderheiler trägt, wird schon wissen, wofür er das tut…

Aber nun gibts was Neues! Die Traditionelle Europäische Medizin – mit ihrem wichtigsten Element, der Schädeltrapanation.

Wow, ich bin wirklich begeistert und kann diese Methode den Interessenten und den Gegnern der „Schulmedizin“ nur wärmstens empfehlen.

Hier beispielhaft nachzulesen: http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2010/01/tom-traditioneller-osterreichischer-medienkrampf.php

Darwin-Award

Januar 6, 2010

Hier ein sehr schöner Überblick über den aktuellen Darwin-Award und ihre Anwärter, einschließlich der Kandidaten für einen rein deutschsprachigen Darwin-Preis…

Das ganze völlig ohne Kommentar meinerseits

Gekonnt ist halt gekonnt…

http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/mensch/tid-16742/darwin-award-der-preis-fuer-toedliche-dummheit_aid_468095.html

Reiche Eltern für ALLE!

Dezember 11, 2009

Gut, gut, das war wohl auch einer der Slogans der Studentenproteste, und damit haben die Studenten ganz recht – wer Qualität verlangt, muß zahlen. Fehlende Qualität jedoch hat einen noch höheren Preis, behauptet der Volksmund.

Das ist ein Problem, mit dem sich die Studentenschaft auseinandersetzen möge, denn irgendwie sind diese Leutchen ja doch schon erwachsen. Also selbständig, unabhängig und eigenverantwortlich lebend. Zumindest dem Gesetz nach.

Minderjährige Kinder jedoch sind das alles nicht.

Hier soll es jedenfalls um einen Aspekt des Kinderlebens gehen, der sehr wichtig ist. Ohne weiteres läßt sich dieses Beispiel auch auf andere Bereiche und Wünsche übertragen. Es geht ums Fahrrad. In einem sehr klugen Artikel der FAZ wird darauf hingewiesen, daß man keine Fahrräder aus dem Discounter für das Kind kaufen sollte. Nachzulesen hier: http://www.faz.net/s/Rub9AE899D74FA64E1C97C29D196E8EB0BB/Doc~E3D7CE7B824A64674952FFE48BF5EFAA5~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Für das Kind, auch aus Gründen der Erhaltung der Gesundheit, aber auch für mehr „fun“ und den geringeren Verschleiß des Fahrgerätes sollte man mehr investieren. Vielleicht sogar mehr als in ein Erwachsenen-Fahrrad.

Ich erinnere mich, als ich mir ein Fahrrad zulegen wollte, das etwas taugt, blickte ich in meinen Geldbeutel – und siehe da, es reichte allenfalls für ein Radl aus dem Baumarkt. Ich habs noch immer. Es ist nicht das peppigste, und es hat auch so seine Macken, und klappern tut es auch noch. Aber es läßt sich radeln, und darauf kommt es mir an. Es soll weder über Berge schroten noch Treppenstufen oder geröllverfüllte trockenliegende Flußbetten in Geschwindigkeitsrausch überwinden.

Nein, es soll einfach nur so bissl durch die Stadt rollen, sagen wir, zur Post.

Ich habe damals auch meinen Kindern jeweils solche Räder zugemutet und sie strengstens ermahnt, mit diesen vorsichtig umzugehen, da das Budget kein weiteres Fahrrad zuläßt. Die Wahrheit ist: der Zeitungsschreiber hat ja so recht!

Die Fahrräder meiner Kinder haben eine Weile gehalten. Dann wurden sie entsorgt. Zu meinem Glück sind meine Kinder inzwischen erwachsen, jedoch keine Studenten.

So bleiben sie vor dem Anliegen verschont, sich reiche Eltern suchen zu müssen. Nein, sie dürfen sich selbst kümmern. Und ich, als nicht ausreichend reicher Elternteil guck ihnen dabei ein wenig von der Ferne aus zu.

Wir werden sehen, ob sie sich jemals wieder ein Fahrrad zulegen werden. Eines, das höchsten Ansprüchen gerecht wird…