Archive for the ‘Elternpflichten’ Category

Beschneidungs-Gesetzesentwurf: Ich bin empört!

Oktober 12, 2012

Gastartikel von Hans Trutnau
Ich bin empört!

Das (= der Gesetzentwurf des CDU/FDP-Kabinetts, s. http://www.taz.de/Gesetzentwurf-des-Bundeskabinetts/!103271/   Mitte links im Kasten dokumentiert) ist ja wohl ein Schlag ins Gesicht eines jeden Rechtsstaats!  Mal ganz abgesehen von Kindeswohl, ärztlicher Kunst, Ausbildung etc. – wer überprüft da wie was?

Kindesmisshandlungen, Züchtigung von Kindern, selbst Kupieren von Tieren ist VERBOTEN!

Welchen Praktiken wird da Tür und Tor geöffnet?
Nächstes Jahr kommt eine x-beliebige Migrantengruppe aus z.B. dem Sudan daher und verlangt (erfolgreich?!), dass ihre Jahrhunderte bis -tausende Jahre alte ‚Tradition‘ der (Klitorisvorhaut-)Beschneidung von Mädchen erlaubt wird.  Oder das Abschneiden von Ohr-Spitzen, -Läppchen oder irgendwelcher anderer Körperteile von Betroffenen ohne deren Einwilligung…
Inwiefern unterscheidet sich Male Genital Mutilation (MGM) von Female Genital Mutilation (FGM) oder irgend einer anderen Verstümmelung? FGM ist m.W. bei uns nicht explizit verboten, aber geächtet und wird daher in breitem Konsens wie (fast!) jede andere Körperverletzung verurteilt. Weiterführender Link: http://blog.alm.at/male-genital-mutilation/

MGM ist wie FGM vorsätzliche Körperverletzung, die BILLIGEND in Kauf genommen wird und geächtet und VERBOTEN gehört! Das hat null und nichts mit Antisemitismus zu tun; ein Vorwurf dieser Art ist schlicht grotesk!

Empört Euch!

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Reiche Eltern für ALLE!

Dezember 11, 2009

Gut, gut, das war wohl auch einer der Slogans der Studentenproteste, und damit haben die Studenten ganz recht – wer Qualität verlangt, muß zahlen. Fehlende Qualität jedoch hat einen noch höheren Preis, behauptet der Volksmund.

Das ist ein Problem, mit dem sich die Studentenschaft auseinandersetzen möge, denn irgendwie sind diese Leutchen ja doch schon erwachsen. Also selbständig, unabhängig und eigenverantwortlich lebend. Zumindest dem Gesetz nach.

Minderjährige Kinder jedoch sind das alles nicht.

Hier soll es jedenfalls um einen Aspekt des Kinderlebens gehen, der sehr wichtig ist. Ohne weiteres läßt sich dieses Beispiel auch auf andere Bereiche und Wünsche übertragen. Es geht ums Fahrrad. In einem sehr klugen Artikel der FAZ wird darauf hingewiesen, daß man keine Fahrräder aus dem Discounter für das Kind kaufen sollte. Nachzulesen hier: http://www.faz.net/s/Rub9AE899D74FA64E1C97C29D196E8EB0BB/Doc~E3D7CE7B824A64674952FFE48BF5EFAA5~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Für das Kind, auch aus Gründen der Erhaltung der Gesundheit, aber auch für mehr „fun“ und den geringeren Verschleiß des Fahrgerätes sollte man mehr investieren. Vielleicht sogar mehr als in ein Erwachsenen-Fahrrad.

Ich erinnere mich, als ich mir ein Fahrrad zulegen wollte, das etwas taugt, blickte ich in meinen Geldbeutel – und siehe da, es reichte allenfalls für ein Radl aus dem Baumarkt. Ich habs noch immer. Es ist nicht das peppigste, und es hat auch so seine Macken, und klappern tut es auch noch. Aber es läßt sich radeln, und darauf kommt es mir an. Es soll weder über Berge schroten noch Treppenstufen oder geröllverfüllte trockenliegende Flußbetten in Geschwindigkeitsrausch überwinden.

Nein, es soll einfach nur so bissl durch die Stadt rollen, sagen wir, zur Post.

Ich habe damals auch meinen Kindern jeweils solche Räder zugemutet und sie strengstens ermahnt, mit diesen vorsichtig umzugehen, da das Budget kein weiteres Fahrrad zuläßt. Die Wahrheit ist: der Zeitungsschreiber hat ja so recht!

Die Fahrräder meiner Kinder haben eine Weile gehalten. Dann wurden sie entsorgt. Zu meinem Glück sind meine Kinder inzwischen erwachsen, jedoch keine Studenten.

So bleiben sie vor dem Anliegen verschont, sich reiche Eltern suchen zu müssen. Nein, sie dürfen sich selbst kümmern. Und ich, als nicht ausreichend reicher Elternteil guck ihnen dabei ein wenig von der Ferne aus zu.

Wir werden sehen, ob sie sich jemals wieder ein Fahrrad zulegen werden. Eines, das höchsten Ansprüchen gerecht wird…

Nicht: „…eine Familientragödie“, sondern versuchter Mord

Dezember 10, 2009

Ein Mann ist wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Während in den Zeitungen meist von „Familientragödie“ berichtet wird, nannte das Gericht die Aktion ganz zutreffend einen versuchten Mord, nachzulesen hier http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,666181,00.html

Ein Vater versuchte also, seine Kinder – zu denen er schon einige Zeit keinen Kontakt mehr hatte – mit einem Hammer zu erschlagen. Warum er dies tat, kann man nur vermuten, aber einige Hypothesen dazu liegen recht nahe:

– Das Kind als Besitz. Und verliert er seinen Besitz, so kann er im Zorn gedacht haben, „wenn ich die nicht besitzen darf, darf sie keiner besitzen“. Klassisches Motiv beim Eifersuchtsmord, und sehr entlarvend.

– Die Mutter hart bestrafen. Einer Mutter – vorausgesetzt einmal, sie hat ein gutes Verhältnis zu ihren Kindern und nimmt an ihren Fortschritten und ihrem Leben regen Anteil – die Kinder nicht nur zu entziehen, sondern sie auch noch dazu zu zwingen, diese begraben zu müssen, ist eine extrem harte „Strafe“. Klassisches Rache-Motiv.

– Die Kinder „erlösen“ aus ihrem eventuell schwierigen Leben. Damit nimmt der Täter eine Heils-Figuren-Haltung an, und geht schlicht davon aus, daß er problemlos einschätzen kann, wie lebenswert das Leben für diese Kinder noch ist. Und er legt individuell fest, daß der Lebenswert für diese Kinder nicht mehr ausreicht. Klassisches Erlöser-Motiv mit Perfektionismus-Anspruch.

– Kränkung. Er wurde nicht um seine Ansicht zu der ganzen Angelegenheit gefragt, sondern die Entscheidungen fielen ohne ihn. Widerum ein klassisches Rache-Motiv, gepaart mit einem ausgeprägten Größenwahn.

– Zorn/Wut. Weder wurde er gefragt, noch wurde er besänftigt. Möglicherweise erwartete er einen gewissen Unterwerfungs-Gestus, um Großmut walten zu lassen, oder auch nicht. Rache-Motiv mit Größenwahn.

Möglicherweise habe ich einge der Gründe dieses Vaters vergessen oder nicht ganz verstanden. Mir ist auch nicht bekannt, welche er selbst angegeben haben mag. Aber die Zielrichtung seines Handelns ist klar ersichtlich: den Kindern einen großen Schaden zufügen, um die Mutter zu treffen.

Man möge mich nicht falsch verstehen. Dies ist nicht an die biologische Vaterschaft gekoppelt, und auch nicht an das biologische Geschlecht. Wichtig ist hier nur, daß ein Mensch seine Möglichkeiten genutzt hat, um einen anderen Menschen fertigzumachen, und dabei schwere Folgen für unbeteiligte und ausgelieferte Wehrlose nicht nur billigend in Kauf nahm, sondern auch gezielt als Mittel verwendete.

Besonders ins Auge fällt, daß er der Polizei erst einen Wink gab, als er meinte, die Kinder seien nun wirklich tot.

Das Beispiel zeigt, daß die Sorgerechtsfrage und die Frage nach dem Kindeswohl eine sehr wichtige Frage ist, die nicht nach einem beliebigen Schema, nicht nach Wunschdenken und nicht leichtfertig gehandhabt werden darf. Zum Schutz von Minderjährigen, die sich noch nicht selbst schützen können.

Oh, Baby, Baby…

November 26, 2009

Eine nicht ganz neue Geschichte. Schon Moses soll in einem Körbchen den Nil heruntergeschwommen sein, und eine Pharaonentochter erbarmte sich seiner und rettete ihm das Leben und gab ihm eine Zukunft…

So sagt es die Legende.

Einige deutsche Vereine haben im Verbund mit religiösen Honoratioren diesen schönen Brauch wiederbelebt, vor ungefähr 10 Jahren. Das nannte sich Babyklappe und sollte „verzweifelten jungen Frauen die Möglichkeit geben, ihr Kind am Leben zu halten“, äh, am Leben zu lassen.

Der Gedanke dahinter war, wenn eine sich schon anknallen ließ, und dann auch noch schwanger wurde, und das Kind aus allen möglichen Gründen nicht behalten könnte, würde sie es sicher umbringen. Man hört ja ab und zu solche Horrorstories, Babys in Tiefkühltruhen oder einbetoniert in Blumenkübeln und was dergleichen schöne Ablageorte noch wären.

Aus diesen Fällen leitete man ab, daß eine Babyklappe, bei der das Kind heimlich abgelegt werden kann, denn die Kirchentreppen sind heuer doch etwas zu gut beobachtet, diesen Kindern das Leben retten könnte.

Inzwischen, ich erwähnte es schon, gibts die Babyklappen schon seit etwa 10 Jahren. Daß sie im rechtsfreien Raum operieren, hat bisher auch nicht weiter gestört. Und ich neige auch eher zu der Ansicht, daß die Horrorstories von Tiefkühltruhen oder Blumenkübeln nicht seltener geworden sind.

Aber da müssen sich schon Fachleute drum kümmern. Ich kann nur vermuten, daß die Klappen also ihren Job so gar nicht richtig erfolgreich tun.

Andererseits hat heute eine Mutter das Recht, ihr Kind zur Adoption abzugeben, wenn sie es nicht selbst aufziehen kann oder mag. Das darf sie sich nach der Geburt auch noch mal 8 Wochen überlegen. Eine Einwilligungserklärung ist nämlich erst nach diesen ersten 8 Wochen nach der Geburt rechtsgültig abzugeben. Vermutlich will der Gesetzgeber dem Umstand Rechnung tragen, daß eine Frau kurz nach einer Geburt seelisch etwas aufgewühlt ist. Ich habe mir allerdings sagen lassen, daß es auch Väter gibt, die es emotional aufwühlt, ein Kind zu bekommen…

Nun denn, es gibt seit Bestehen der Babyklappen kritische Stimmen GEGEN diese Klappen. Mittlerweile hat sich der Ethikrat damit befaßt und eine Empfehlung dazu abgegeben: http://www.welt.de/politik/deutschland/article5334945/Ethikrat-empfiehlt-Schliessung-von-Babyklappen.html

Darauf melden sich massiv Stimme zu Wort, die sich sehr FÜR die Fortführung der Babyklappen stark machen. Sehen wir uns das etwas genauer an. Es sind bekannte Herren der Religionsfraktion, denen allerdings von ihren eigenen Fachfrauen widersprochen wird, nachzulesen im angegebenen Artikel. Eine Bischöfin wird diesbezüglich für die Herrenriege zitiert, aber halten wir ihr mal zugute, daß sie nicht so genau durchschaut, worum es da geht.

Eine anonyme Geburt ist in Deutschland offiziell derzeit nicht möglich. Das hat gute Gründe, denn einerseits hat das Kind das Recht zu erfahren, von wem es abstammt. Andererseits würde anonyme Geburt bedeuten, die liebe Mama trägt die Kosten sofort und bar, oder sie hat hierfür sofort einen solventen Geldgeber. Die Krankenkasse jedenfalls kann den Klinikaufenthalt nicht finanzieren, wenn´s ANONYM geschieht. Kann sie das nämlich, weiß sie, für welche Versicherte sie zahlt…

Das bedeutet aber ebenso, daß die Schwangere ohne jegliche Unterstützung und Hilfe durch die Geburt hindurch muß. Sieht so aus, als wäre das natürlich unbedeutend. Kleinigkeit?

Dies also ist ein Problem. Das nächste Problem ist natürlich, daß in der Babyklappe abgelegte Kinder tatsächlich anonyme Kinder sind, also unbekannte Kinder.

Wer könnte ein Interesse daran haben, ein Kind völlig anonym bleiben zu lassen? Weniger die Mutter, die zu einer Adoptionsfreigabe bereit ist – vielleicht ein unwilliger Vater? Offensichtlich wissen die Herren Kirchenoberen recht gut, was die eigentliche Ursache für die Babyklappe ist… der anonym zu bleiben wünschende Kindeserzeuger.

Da die Kinder anonym sind, ist auch jeglicher Willkür und kriminellen Handlungen einiges an Möglichkeiten zugewachsen. Der Inzest-Täter ist sicherlich ebenso angetan von den Möglichkeiten wie der Zuhälter, der sein Pferdchen disziplinieren, erpressen oder einfach fertig machen will.

Über Folgeprobleme, die sich noch für unregistrierte Kinder und kriminell interessierte Beteiligte ergeben könnten, möchte ich gar nicht spekulieren.

Wo ein Markt existiert, finden sich früher oder später auch Anbieter. Und auch Gesetze hindern daran nicht unbedingt.

Der Umgang mit Eltern

November 22, 2009

Hier nun die erste Angelegenheit, die mir zwischen die Finger kam.

Da tönt die Südwest-CDU, sie hättte die Lösung für „Eltern, die sich zu wenig um ihre Kinder kümmern“.

Eine Beschulung für hilflose Eltern? Mitnichten.

Die Herren (und sicherlich einige Damen) wollen diejenigen Eltern „sanktionieren, die sich nicht richtig um ihre Kinder kümmern“ – sinngemäß. Sie wollen ihnen Gelder entziehen, die für deren Kinder gedacht sind.

Ja, geben wir das Geld doch gleich der Schule, die wird es schon hinkriegen. Sie sind sicher auch der Auffassung, daß die bundesdeutschen Schulen ein Hort der Sicherheit sind, von Bildung ganz zu schweigen.

Nun denn, sicherlich sind nicht Eltern gemeint, die sich einen Chauffeur für den Schulweg ihrer Kinder leisten können, eine Nanny für die anstrengenden Nachmittage mit den Kindern, wenn diese mangels Finanzen Interessen weder die Musikschule noch einen Sportverein besuchen… Wenn ihre Kinder, gestreßt aus dem wohlwollenden Bildungssystem nach Hause kommend, ohne vernünftiges Schulessen-Angebot (Süßkram zählt ausdrücklich nicht in diese Kategorie), frustriert und nach einem entsprechenden Ausgleich suchend. Nach einem sicherlich nicht sehr konstruktiven Ausgleich suchend – denn das muß man erst einmal gelernt haben…

Nein, es geht wieder einmal um die Hartz4er, die Underdogs. Das war vermutlich schon absehbar. Armut der Eltern ist selbstverschuldet, und ihre Kinder haben dafür gefälligst zu haften…? Ist Dummheit und Unwissenheit Ursache oder Folge von Armut? Darüber wird man später noch diskutieren können.

Ihnen soll das Kindergeld und Sonstiges an Zuschüssen für ihre Kinder entzogen werden, denn „die CDU will keine halbverhungerten Kinder mehr in Schulen sitzen haben“.

  • Und dann wird es besser?  Glauben die Intelligenzier der CDU wirklich, daß Kinder besser versorgt und ernährt werden, wenn man ihren Eltern die Gelder weiter entzieht?
  • Gibt es dann Wochenende geöffnete Schulen, die sich dann (ausgestattet mit den Geldern, die den Eltern entzogen wurden) um die Ernährung und Bekleidung der Kinder kümmern werden?
  • Werden die Schulen mit den Geldern, die man den Eltern als Kinderbonus gab, ihren Auftrag erfüllen können? Oder wird nachfinanziert werden müssen?
  • Wird sich die entsprechende Schule dann auch um all die anderen zu finanzierenden Belange kümmern, die Eltern aus dem kümmerlichen Kindergeld mitzutragen hätten? Oder fallen diese Dinge dann einfach unter den Tisch?

Oder bleiben diese Aufgaben bei den Eltern – die dann weiter bestraft werden müssen, da sie ohne Finanzen diese Ausgaben einfach nicht tragen können werden?

Man darf gespannt sein, wie sich das staatliche Schutznetz, das die CDU zusammenspinnt, auf die positive Kindesentwicklung der Underdogs und ihrer Zukunft auswirken wird.

Nachzulesen ist der Geistesblitz der Südwest-CDU beispielhaft hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,662640,00.html