Archive for the ‘Politik’ Category

Herrin hilf!

Februar 19, 2021

– Eine Polemik, viel scharf, kein Knoblauch –

Gastbeitrag

„Das Sein bestimmt das Bewusstsein.“ Und nicht umgekehrt (Solipsisten können an der Stelle aufhören zu lesen).

Gesellschaftliche Veränderungen verändern auch die Sprache. Aber nicht umgekehrt. Da wird z.B. die Todesstrafe abgeschafft und – schwupps! – ist der Begriff des Halbmeisters obsolete und verschwindet aus dem aktiven Wortschatz. Aber falls wir beschließen würden, den Begriff des Pferdes nicht mehr zu verwenden, würde es trotzdem nicht aussterben. Zum Glück!

Also, warum sollte durch die Verwendung der Gendersternchen, – bienchen und -pfiffikusse gesellschaftliche Ungerechtigkeiten aufhören zu existieren? Man kann sie damit markieren, aber nicht beseitigen.
Natürlich gewachsene Sprache ist elegant und zwanglos. Wollen wir, dass in jedem Text gesellschaftliche Ungerechtigkeiten markiert werden?

Wollen wir wirklich wissen, ob in der Lasagne nun Hengst oder Stute verarbeitet wurde? Oder reicht Pferd in der Zutatenliste? Ist es notwendig zu wissen, ob ich das Brot beim Bäcker oder der Bäckerin kaufte? Hautsache, ich wurde freundlich bedient und musste nicht zu lange warten, und das Brot war gut und preiswert.

Berufsbezeichnungen sind ja sowieso äußerst beliebt in der Genderdebatte. Dabei sollte es doch darauf ankommen, ob die Person der jeweiligen Profession kompetent und professionell agiert. Ob Bäcker oder Bäckerin ist doch nur interessant, wenn ich außer dem Wunsch nach Brot noch Paarungsabsichten hege.

Wir müssen die Gesellschaft dahingehend ändern, dass für die Berufsausübung das Geschlecht irrelevant ist. Dann wird auch die Sprache folgen. Aber indem wir die Sprache verbiegen, aufblähen und verstümmeln, können wir höchstens das Problem benennen, aber nicht ändern. Und die Texte und Textinnen werden unnötig lang, überfrachtet und fast unlesbar.

Sex um jeden Preis?

August 5, 2020

Gastbeitrag


Ich kann es nicht mehr hören. Dieses oder jenes gefährdet Arbeitsplätze. Nun betrifft es die Sexindustrie. Ein Prostitutionsverbot gefährdet Arbeitsplätze.
Ach ja? Wer hat den Kotsammler damals gefragt, als Toiletten in den Häusern zum Standard wurden. Oder was ist mit den Scharfrichtern? Keine öffentlichen Hinrichtungen mehr
und schon war wieder eine Berufsgruppe außen vor. Oder Sklavenhändler? Kein Sklavenhandel, kein Bedarf an Sklavenhändlern. Und die haben bestimmt nicht freiwillig
ihren Job aufgegeben. Und nun also die „Sexarbeiter“ aka Nutten (kein Kunde geht zu einer Sexarbeiterin).

Ich habe nichts dagegen, wenn zwei (oder meinetwegen auch mehr) Bock aufeinander haben und es vogelwild treiben. Aber muss dabei Geld fließen? Muss der Kunde sich temporär einen
Körper zum Gebrauch kaufen?

Wir leben in einer Solidargemeinschaft. Das Ziel einer Solidargemeinschaft ist, einem größtmöglichen Anteil der Bevölkerung ein bestmögliches Leben zu ermöglichen.
Solidargemeinschaft heißt nicht, alles für alle. Ist es nun in einer solchen Gesellschaft nötig, dass sich ein paar wenige Männer Körper kaufen können auf Kosten der
physischen und emotionalen Unversehrtheit der Anbieterinnen. Wohl kaum!

Und denkt die Solidargemeinschaft mal etwas weiter. Diese Sexarbeiterinnen können arbeitslos werden und werden mit Sicherheit auch alt (die meisten jedenfalls).
Dann bezahlt Ihr aus Euren Sozialabgaben deren Arbeitslosengeld und deren Rente (falls sie sowas überhaupt bekommen). Wäre es nicht besser, diese Mittel für
ein vernünftiges Gehalt z.B. bei Krankenschwestern oder Lehrerinnen einzusetzen?

Sex ist eine tolle Sache. Jeder sollte ihn haben. Wenigsten ab und zu. Aber in einer modernen Gesellschaft, die wir doch hoffentlich sind oder werden wollen,
sollte der Kauf und Verkauf von Körpern zwecks Gebrauch nicht mehr erlaubt sein. Wie gesagt, nicht jeder hat das Recht auf alles.

„Besorgte Bürger“ näher gesehen

April 26, 2020

Gastbeitrag von @lawen4cer

Ich habe jetzt mal eine Weile mit ein paar „besorgten Bürgern“ und Mitgliedern der AfD diskutiert und dabei folgende Erfahrungen gemacht: (Kurzer Thread)

Diese Leute finden es normal einen Diskussionspartner bei jeder Antwort erst einmal zu beleidigen und zu unterstellen er habe vom Thema keine Ahnung und sei ohnehin ein Idiot. Das Konzept unterschiedlicher Meinungen als Basis einer Diskussion ist völlig unbekannt.

Es fehlt oft an jeglicher Sachkenntnis wie zum Beispiel Wirtschaft oder Staaten oder Energieversorgung funktionieren oder politische Entscheidungen gefällt werden. Stattdessen regiert naivster Kinderglaube.

Obwohl sie in einem reichen Land mit geringer Kriminalität leben wähnen sie sich in einem Krisengebiet kurz vor dem Bürgerkrieg mit ständig steigenden Opferzahlen von Ausländerkriminalität und einer Wirtschaft die wegen dem Klimaschutz jeden Moment zusammenbricht

Gleichzeitig sind Klimaschützer aus ihrer Sicht „hysterisch“

Komplexeren Argumentationen können sie nicht folgen, Vergleiche verstehen sie nicht. Geschichtswissen ist praktisch nicht vorhanden

Die gesamte Sichtweise der Welt ist von der Suche nach persönlichem Vorteil geprägt, deswegen wird jedem Gegenüber automatisch unterstellt und vorgeworfen er handele nach dem selben Prinzip

Gegenüber anderen (Schwächeren) begrüßen sie ein gesellschaftliches System das nach dem Recht des Stärkeren funktioniert, beklagen aber gleichzeitig selber im System zu kurz gekommen zu sein und von bösen Mächten um ihr verdientes Gut gebracht zu werden

Gelangt man in einer Diskussion an mal einen Punkt den sie nicht widerlegen können, verlassen sie unter Beleidigungen und der Behauptung man sie halt offenbar aus Dummheit und Böswilligkeit nicht verstehen den Platz

Ohnehin sind vertiefte Diskussionen selten möglich weil diese Leute eigentlich nur ihre Buzzwords abspulen wollen und dann nicht mehr weiter wissen.

Beim Thema Steuern ist man einerseits offenbar sehr stolz darauf welche zu zahlen, weswegen das gerne in der Bio steht, neben der Information man sei deutsch. Gleichzeitig werden Steuern als Raub selbstsüchtiger Politiker verstanden.

Dieselbe Widersprüchlichkeit beim Thema Wirtschaft. Einerseits will man lieber im Klimawandel ersaufen als „die deutsche Wirtschaft schädigen“ gleichzeitig vermutet man dass alle Politiker und Aktivisten ohnehin nur gekaufte Marionetten einflussreicher Lobbyisten seien.

Zum Thema Buzzwords: Diese Leute erwarten oft zwingend einen bestimmten Gesprächsverlauf. Kommt es zu Abweichungen sind sie irritiert und wollen sie ihn selber erzwingen („Sie werfen mir jetzt bestimmt gleich wieder vor dass ich ein Nazi bin!!!“)

Für politische Gegner wird ohne nähere Begründung ein negativer Narrativ geschaffen (Klimaschützer sind Hysteriker, Grüne und Linke sind „versifft“) und dann konsequent verwendet.

Es sind oft grobschlächtige Menschen mit einem Hang zur Grausamkeit gegen andere und Wehleidigkeit für sich selber. Sie finden die Idee eines wölfischen Systems theoretisch super, ahnen aber irgendwie auch dass sie in so einem System selber nicht die Stärksten und Cleversten sind

Das Dilemma lösen sie auf zwei Arten. Sie fordern Härte gegen noch Schwächere und Sonderrechte für sich selber.

Die Komplexität der Welt überfordert diese Leute. Sie denken in monokausalen Zusammenhängen mit kurzem Planungshorizont.

Sie sind unfähig die Sichtweisen und Ziele anderer Menschen nachzuvollziehen. Das führt dazu, dass sie ihre „Gegner“ nur als Abziehbilder wahrnehmen können. Die heilige Greta, Klimahysteriker als Sekte, Messermänner die uns alle umbringen und „unsere Frauen“ vergewaltigen wollen.

Klimaschutz wird durchweg abgelehnt, aber mit verschiedenen Positionen:

  • Klimawandel ist normal
  • Klimawandel gibt es nicht
  • andere („China“) sollen was dagegen machen
  • Klimawandel ist nicht ausreichend erforscht, daher abwarten
  • Wirtschaft geht Klimaschutz vor

Interessant auch, dass die Erzeugung von erneuerbaren Energien für diese Leute offenbar nicht zur wichtigen Wirtschaft zählt, obwohl alle großen Energieversorger dort inzwischen aktiv sind und dort Geld verdient und Arbeitsplätze geschaffen werden.

Es fehlt oft auch am Wissen was eigentlich Ironie genau bedeutet. Deswegen wird fremde Ironie nicht erkannt und die vermeintliche eigene Ironie extra groß angekündigt („Achtung Ironie“). Die Bezeichnung Ironie wird dabei oft nur als Freizeichnung für Beleidigungen genutzt.

Das Gleiche gilt für Satire

Faktenbasierte Diskussionen – wenn man soweit überhaupt kommt – scheitern dann oft daran, dass man schon keine gemeinsame Ausgangsbasis findet. Jede Faktendiskussion lebt ja vom gemeinsamen Vertrauen in Quellen, aus denen man dann seine Schlussfolgerungen zieht.

Obwohl man „Linke“ ablehnt, werden sie ständig ungefragt als Begründung herangezogen, warum man bestimmtes Verhalten angeblich hinnehmen müsse („Die Linken sind aber GENAU SO schlimm/ NOCH schlimmer“) oder als Selbstrechtfertigung: („Ich bin das Ergebnis linker Debattenkultur!“)

Originalquelle: https://twitter.com/lawen4cer/status/1183645246003056640

Sterbehilfe und Suizidverbot

März 1, 2020

religiösen Ursprungs:

‪was ihr zu erwähnen vergeßt: den Hungerleidern zu versprechen, das wahre Leben würde ja erst im Paradies kommen, führte zu schlauem Abkürzen‬
‪im Binnenkonsens ist das logisch‬
‪aber irgendwer soll ja die Arbeit machen, und da die Hochwohlgeborenen das nicht selber tun wollten, mußte‬ dem natürlich ein Riegel vorgeschoben werden. Suizid wurde also verboten. DAS ist der eigentliche Grund für das Ganze.

Später dann gab es mal eine Reihe von sogenannten „Anvertrautenmorden“, da tötete das Hauspersonal die Kinder seiner Dienstherrschaft. das war eine reine win-win-win- Situation: die geständigen und reuigen Möder erhielten Absolution und Vergebung garantiert. nicht mehr im irdischen Jammertale leiden müssen… die Kinder waren noch unschuldig und gingen auch direkt ins Paradies ein. und man hatte abgekürzt… auch das mußte unterbunden werden, diesmal juristisch.

das also ist der wahre Grund dafür, wieso man unheilbares Leiden aus religiöser Sicht für notwendig und für schützenswert ansieht…

Leibeigenschaft, modern definiert

Januar 14, 2020

zutreffend formuliert von Wolfgang Schäuble

ganzen Artikel lesen

was ist eine Regierung?

November 7, 2019

jedenfalls kein Herrscherhaus, Fürstentum oä

Politiker sind unsere bezahlten Angestellten, die unser Gemeingut verwalten sollen. Unsere Steuern dienen nicht dem persönlichen Luxus des Landesfürsten, sondern uns: Schulen, Straßen, all das – unsere komplette Infrastruktur.

Nun kann ein Gutsverwalter besser oder schlechter wirtschaften. Er kann in die eigene Tasche wirtschaften, heimlich hinter dem Rücken der Inhaber (das sind wir) Besitz verschleudern…

Wer eigentlich kontrolliert unsere VON UNS bezahlten Gutsverwalter?

at least not a ruling royal house, principality or the like.
Politicians are our paid employees who are supposed to manage our common property.
Our taxes do not serve the personal luxury of the sovereign, but us: schools, roads, all that – our complete infrastructure.
Now, an estate manager can manage better or worse. He can manage into his own pocket, secretly squander property behind the back of the owners (that is us)… Who actually controls our land managers paid by us?

Wie man mit beliebiger Religion umgehen sollte:

September 18, 2019

allen Religionen die Krallen kürzen

also wer’s will, gerne und als Privatvergnügen

aber ohne Sonderrechte

also wie jeder andere Verein auch, zB Gartenverein

english:

how to deal with random religion:

to cut off the claws of all religions

if you want to be religious, your are welcome to do so, but as an private pleasure

but without special rights

so like any other club, for instance gardeners club…

über Freiheit und ihren Verlust

Januar 3, 2019

Gastbeitrag von Hartmut Noack

Zitat: „die „Ausgrenzung“ und Zwang zu einer Konformität. “ … hat 200 Jahre lang zu dem geführt, was wir heute als liberaldemokratische offene Gesellschaft bezeichnen.

200 Jahre lang haben Aufklärer nach und nach geschafft, die Stimmen zu entmachten, die vorher auf Basis einer ererbten Autorität willkürliche Regeln für alle aufstellten.

Wir leben heute in einer Welt, in der das Ideal gepflegt wird, dass politische Diskussion freier Bürgerinnen und Bürger nur einer Autorität unterworfen ist: der normativen Kraft des Faktischen.

George Orwell hat es so gesagt: „Freiheit ist das Recht, sagen zu dürfen, dass 1 plus 1 gleich 2 ist.“

Auch, wenn eine Autorität behauptet, es sei 3, auch, wenn die Mehrheit der Bevölkerung sagt, es sei 1 und er hat nicht gesagt, dass man auch das Recht haben soll, zu sagen, dass 1 plus 1 gleich 4 ist.

Der Umkehrschluss ist offensichtlich: wenn die normative Kraft des Faktischen verachtet wird, gibt es keine Freiheit. Dann gibt es nur Gewalt und Unterdrückung. Denn ein Ergebnis der Frage nach 1 plus 1 muss sich durchsetzen, um konkret in der wirklichen Welt handeln zu können. In einem Nihilismus, in dem es egal ist, ob es 1, 2 , 3 oder 17 ist, gibt es kein gemeinsames Handeln und der wichtigste Evolutionsvorteil der Menschheit, die Zusammenarbeit, verschwindet.

Das ist noch nie geschehen und wird auch nicht geschehen, denn eine Kultur, die die Fähigkeit zur Zusammenarbeit verliert, wird so schnell so geschwächt, dass sie autoritärer Herrschaft zur Beute wird, bevor sie die ersten 3 sinnlosen Varianten des Ergebnisses von 1 plus 1 durchbuchstabiert hat.

Genau das war schon immer der erste Schritt zu totaler Herrschaft. Sulla hat die römische Republik kassiert, weil diese sich nicht mehr auf den Respekt für Fakten einigen konnte, Lenin hat Russland kassiert, weil dieses gerade 15 Jahre lang die Wirklichkeit ignoriert hatte, Hitler hat die Weimarer Republik abgeräumt, weil diese sich als unfähig erwies, sich auf eine vernünftige Wirtschafts und Sozialpolitik zu einigen.

Und alle 3: Sulla, Lenin und Hitler (und auch Mao, Pol Pot, Pinochet, DAESH etc etc) haben eins gemeinsam: eine Meinung. Eine Meinung, die nicht auf das faktische Rücksicht nimmt, sondern aus Vorstellungen künstlich konstruiert ist, die nicht von des Gedankens Blässe angekränkelt sind.

Wer mitreden will, muss konform diskutieren. Konform zu den Fakten. Man kann darüber streiten, was genau die Fakten sind. Aber sobald diese Frage wissenschaftlich geklärt ist, gilt der Stand der Erkenntnis und wer diesen ignoriert, kann nicht mitreden.

und diese schlimme DDR… gewesene…

November 15, 2018

(Gastbeitrag von Herby Kugel)

Siehst du? Und genau das ist euer Fehler.

Weder ich noch irgendjemand, den ich kenne, trauert irgend einem Staat hinterher. Und schon gar nicht der DDR, wie sie war.

Die meisten aber kotzt es an, wenn solche Schlauköpfe aus dem Westen, und was noch schlimmer, ist die aus dem Osten, uns soetwas, mangels fundierter Argumente, unterstellen.

Was uns anödet und nervt ist, die pauschale Verurteilung, Verleumdung und unterwürfige Falschdarstellung, unseres Lebens und Schaffens in der DDR. Ist der dümmliche Hass, der jedem entgegen schlägt, der nicht mit den Wölfen heult und sein früheres Leben weisungsgemäß verleugnet und schlecht macht.

Jeder, der ein wenig Grips im Kopf hat, weiß, dass es leider noch kein Gesellschaftssystem gibt oder gab, das dem Ideal der Gerechtigkeit und Solidarität entspricht, das jedem Menschen zusteht.

Der DDR wird immer übel genommen, dass ihre Bürger es gewagt haben, endlich mal aus dem bornierten, nationalistischen , kapitalistischen System Deutschlands und der Welt auszubrechen und den Konzernen, Junkern und Banken, allen Widrigkeiten zum Trotz, 40 Jahre lang, im wahrsten Sinne des Wortes, die Grenzen aufgezeigt haben.

Sie haben, bei allen Fehlern, die zwangsläufig dabei gemacht wurden, ein gefährliches Beispiel gegeben, dass es auch ohne diese Ausbeuter gehen kann.

Das war ein legitimer, leider misslungener, erster Versuch. mit Sicherheit aber nicht der letzte.

Vergessen wird dabei allerdings absichtlich immer, dass die BRD, nichts als die andere, vielleicht glücklichere Seite der selben Medaille war und ist.

Also verschone mich mit deinem Gejammere über die böse DDR.

Nationalismus – die Angst vor „dem Fremden“, und was wirklich dahinter steckt

Mai 8, 2018

Gastbeitrag von Eo Tunun

…Und sieht man sich heute mal im Rahmen der Trump-Russland-Affäre an, wie kurz die Drähte sind, die zwischen organisierten Kriminellen, die in Russland unterschlagenes Geld in den USA waschen, rechtspopulistischen Medien wie Breitbart News, deren subtileren Propaganda-Institutionen wie Cambridge Analytica, international aktiven, rechtpopulistischen Initiativen wie der Brexit-Kampagne und den Milliardären mit Geld aus dubiosen Quellen sind, zeichnet sich da sowieso ein eigenes Bild:
Die Reichsten der Reichen, die sich vor Steuerbehörden und Strafverfolgern verstecken müssen, werden plötzlich Patrioten. Denn Grenzen, an denen die Strafverfolger halt machen müssen, schützen die größten dieser Großganoven, deren Geld innerhalb von Zehntelsekunden die Kontinente wechselt.
Die Grenzen werden Käfige, in denen die Gesetze und Rechte der Menschen gefangen werden. In diesen Käfigen sind Lobbies ungleich effektiver, als in größeren Strukturen. Wer also Lobbyisten bezahlen kann, hat viel mehr Einfluss, wenn er kleinere Strukturen beeinflusst.
Wundert es da, dass Inhaber gewisser globalisierter Firmen oder Konzerne plötzlich Patrioten werden?
Was denen gefährlich sein kann, sind ernstahfte Journalisten:

Was hat Cambridge Analytica mit dem Mord einer Journalistin in Malta und dess…

Was den Patrioten hilft, ist Angst in der Bevölkerung, denn Angst wählt rechts. Also haben die patriotischsten der Patrioten eigentlich ein Interesse daran, dass es Terror und Tumult gibt. Nur dürfen sie es offen nicht zugeben. Aber man kann ja Korruption übersehen, und den Waffenschmuggel an Terroristen geschehen lassen, zumal, wenn es nicht das eigene Land trifft:

Kalaschnikows für Terroristen

Noch 2014 wurde berichtet, dass die auf dem Maidan verwendeten Gewehre, mit denen Ukrainern in den Rücken geschossen wurde, über Ungarn ins Land gekommen waren. Wer wusste was? Der Geheimdienst? War da nicht auch was, dass deutsche Behörden Probleme hatten, den nach Ungarn geflohenen Nazi Rönsch, der hier wegen Waffenhandels verurteilt war, dort zu lokalisieren, weil die Behörden in Ungarn nur zögerlich an der Sache arbeiteten?

Das ist alles noch keine konkludente Beweiskette, aber da verschmelzen die Schatten diskreter Dinge zu einem Ganzen.

Ich vermute, dass auch irgendwann mal eine investigativjournalistische Aufarbeitung der Finanzkrise in Greichenland zeigen wird, dass das ganze ein inszenierter Run auf Griechenland als schwächstes Glied in der Kette der Euroländer war, um deren wachsendes Gewicht in der Wirtschaftswelt aufzubrechen.
Vor zehn Jahren hörte man ja immer wieder Stimmen, die den Euro als kommende Leitwährung sahen. Und plötzlich, wie ein Blitz aus heiterem Himmel, werden die höher verschuldeten Euroländer, deren Schuldenquote aber noch so gut oder schlecht wie die der USA waren, und deutlich besser als die von Südkorea oder Japan, mit drastisch verteuerten Krediten durch verschlechterte Scorings in die Krise gestoßen? Die Erklärungen, die ich bisher gelesen habe, empfinde ich bis heute als fadenscheinig, und erwarte, wie gesagt, dass da noch Skandale aufgedeckt werden. Eventuell ist deren Rohmaterial in Form der Paradise Papers und Panama Leaks bereits auf dem Tisch.

Die Grenze zwischen Geschäft und organisierter Kriminalität ist fließend, und sie liegt oft nahe bei konservativen Zirkeln.
Siehe die Frage, wer der ominöse schweizer Spender, der die AfD-Werbung finanziert, ist.