Posts Tagged ‘Einwanderer’

und wieder diese Deutschen…

Oktober 25, 2010

Gastkommentar von Bernd Cunow

(Es handelt sich um eine echte Angelegenheit, keine literarische Geschichte)

https://www.xing.com/net/gemeinsam

„Sehr geehrter Herr Sonhs,
mit Interesse verfolge ich Ihre neue Gruppe, die sich an unsere
Urbevölkerung richtet und die Verwässerung durch Migranten
vermeidet. So können wir unsere urgermanischen kulturellen
Empfindungen ausleben.
Finde es nur komisch, dass Ihre Co-Moderatorin offensichtlich
nicht so ganz hinter unserer volksgenössischen Gesinnung steht,
und die Gruppe in Ihrem Profil nicht auftaucht.
Schön finde ich, dass versprengte Gruppenmitglieder der etwas
urvölkischen Gruppe Verschwörungstheorien eine neue Heimat
gefunden haben. Gerne würde ich Ihrer Gruppe beitreten, habe
allerdings einen jüdischen Opa mütterlicherseits aus Polen.
Ferner duzt mich ungestraft mein Döner-Bäcker. Nun sehe ich mich
realistisch als verweichlichten Deutschen an. Sie würden vielleicht
Kanonenfutter sagen und haben bestimmt rechts!
Viel Spaß mit Ihrer Gruppe
Bernd Cunow“

Fragen zu Sarrazin

August 31, 2010

Gastkommentar von Thomas Jahnke

Ich frage mich, warum die Leute nicht über die Sache und Sarrazins Behauptungen reden, sondern immer nur in so vielen Worten kritisieren, dass er so was öffentlich gesagt hat. Ernsthaft, dass ist doch kleinbürgerlich.
Da kommt einer und sagt… „Harz IV ist genetisch bedingt, die Unterschicht ist halt dumm geboren, grad wegen den ganzen Kanacken auch.“ und man möchte meinen, dass auf 80 Jahre Sozial- und Naturwissenschaft hingewiesen wird, um ihn zu widerlegen und dann is gut.
Aber was sehen wir aus dem politischen Lager und gerade aus der SPD? „Sowas sollte man nicht sagen.“ und mein Lieblingszitat „Es gibt Dinge, die haben im öffentlichen Diskurs nichts verloren.“
Meinerseel! Aber daheim und am Stammtisch darf man schon Rassist sein, nur bitte nicht öffentlich sagen, könnte sich ja auf die Wahlergebnisse auswirken…
Da kommt mal wieder die tief verinnerlichte Oberflächlichkeit der Politikerklasse raus. Das Problem ist doch nicht, dass Genosse Thilo sich öffentlich als Eugeniker outet, sondern dass es ein Eugeniker in diese Ämter geschafft hat.

Ich freu mich, dass er es endlich rausgelassen hat, der Thilo. Jetzt wissen wirs! Danke Thilo, nur wenige bekennen sich zu ihren politisch unbequemen Idiotien.
Und was lernen wir daraus?
1. Dass man als erzrechter Eugeniker Karriere in der SPD machen kann. Ich lass mir gleich mal das CSU Beitrittsformular schicken, da kriegt man wenigstens Ämter.
2. Dass der generische deutsche Politiker offensichtlich aus Nazis in hohen Ämtern dulden würde, solange sies nur bitte nicht öffentlichen preisgeben.
Na dann…

Invasion der Hartz-4er

November 30, 2009

Einen  Artikel schrieb die Welt über die Häufigkeit von Stütze-Empfang in diesem Land.

http://www.welt.de/wirtschaft/article5374023/Jede-zehnte-Buerger-lebt-auf-Staatskosten.html

Interessant ist der Artikel allerdings nur mäßig. Man ist froh, daß man selbst nicht dazu gehört, oder man akzeptiert den Zustand als Hartzie gottergeben wie eine Krankheit.

Dennoch ist es bedenkenswert, und zwar aus struktureller Sicht. Wir leben also in einem Zustand, in dem es normal ist, daß 1/10 der Bevölkerung in Armutsverhältnissen leben. Dazu kommt dann noch eine unbekannte Anzahl von Menschen, die nur ganz knapp darüber liegen.

Man muß sich ernsthaft fragen, was ist das für eine Kultur, die dies für normal hält? Es wird immer so gern vom christlich-abendländischen Kulturraum gesprochen. Nun, es ist also wahrhaft christlich, eine nicht unbedeutende Anzahl von Mitmenschen in prekären Verhältnissen leben zu lassen, und ihnen dann mildtätig die eine oder andere Gabe zuzustecken. Gerade, wenns auf Weihnachten zugeht!

Aber mehr auch nicht – einmal muß Schluß sein!

Wesentlich interessanter sind allerdings die Kommentare, die zu diesem Artikel geschrieben wurden.

Zum Beispiel gibt ein gewisser „Vorschlag“ am 30. 11. um 8.58 zu verstehen, daß die Lösung des Problems die Abschiebung jedes Asylanten sowie die Ausgabe von Essenmarken und die Streichung des Kindergeldes für jedes Kind nach dem 2. sein würde.

Man erkennt, daß er weder Asylant, noch Arbeitsloser, noch Elternteil ist, zumindest kein aktiver Elternteil.

„Steuerzahler“ sagt am 30.11.09 um 8.58, daß es seines (des Steuerzahlers) Geld und das seiner Enkel sei, das da dem Nachbars-Kampfhund in den Rachen geworfen würde.

Interessant, denn von welcher Art Kampfhund spricht er? Vom Deutschen Schäferhund, der die Beißstatistik anführt? Dennoch, ein wichtiger Hinweis allemal – das Geld der Allgemeinheit, für das Allgemeinwohl, solle für das Allgemeinwohl ausgegeben werden. So verstehe ich ihn.

Damit stellt er klar, daß die Arbeitslosen wohl eher nicht dazu gehören. Und auch die Familienministerin wird weiter barmen müssen, daß die Deutschen aussterben werden…

Natürlich gibt es auch andere Kommentare, wie „Familienvater“, der sich sorgt, er könnte seine Arbeit verlieren.

Das aber sind doch die Loser, und die gehören mit in diese Riege, die doch sehen solle, wie sie zurecht kommen. Man braucht ihnen nur den Geldhahn abdrehen. Sie werden sich in Luft auflösen und einfach, still und leise spurlos verschwinden… und schon gibts keine Arbeitslosigkeit mehr. Vollbeschäftigung für alle.

Kenne ich solche Ideen nicht schon? Aus dem Geschichtsunterricht?

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch…

Diese Deutschen…

November 27, 2009

Dabei geht es eigentlich um einen… hmmm…. gebürtigen Holländer. Die holländische Regierung hat dazu allerdings eine eindeutige Haltung.

Die deutsche Justiz ebenso. In ungleicher Art.

Ein aufstrebender junger Mann, könnte man sagen, sei dieser Herr Klaas F. einst gewesen.Von den geringen Möglichkeiten in seiner Heimat enttäuscht, wandte er sich anderen Zukunftschancen zu.

Das ist an sich nicht verwerflich. Und zu seiner Zeit haben das auch viele getan. Die Frage, die sich dabei stellt, ist jedoch: nur weil es viele taten, war es richtig? Legitimation per Mehrheit, als demokratischer Vorgang?

Bitte nicht mißverstehen. Bei allen ungelösten Problemen, die die Demokratie mit sich bringt, so ist sie doch das Einzige, das wir haben, um wenigstens einigermaßen Gerechtigkeit zu finden. Und auch diese nicht immer, wie man sehen kann.

In diesem Artikel ist der Werdegang und die Schonung des Herrn Klaas F. nachzulesen: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,663459,00.html

Die Vergangenheit kann man nicht ändern, aber man muß mit ihren Folgewirkungen zurechtkommen.

In diesem Falle von SS-Kriegsverbrechertum haben sich die Deutschen und ihre Justiz wieder einmal nicht gerade als erfolgreich gezeigt.

Eine Strafvereitelung durch eine unwillige Staatsanwaltschaft – heute, nicht in den braven 50er deutschen Wirtschaftswunderjahren – zeigt, wes Geistes Kind man ist.

Bravo! Wir Deutschen zeigen der Welt einmal mehr, was man von uns zu erwarten hat. Nicht die Tünche macht die Kultur, sondern der Bodensatz zeigt uns die Wahrheit.

Es muß also immer mal wieder gewarnt werden.

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch…

Diese Italiener…

November 25, 2009

Nein, ich habe nicht vor, mit dem Finger auf die Italiener zu zeigen. Diese Ideen hätten auch in Deutschland erbrütet werden können. Nun, vielleicht sind sie das ja auch… wir werden sehen.

Da engagieren sich in Norditalien Bürger für ihr Land! Sie wollen Verbrechen verhindern, indem sie die Planung des Verbrechens verhindern. Das scheint ein revolutionäres Konzept zu sein, und dunkel erinnere ich mich, es in einem Film schon mal gesehen zu haben. Allerdings war das ein fiktionaler Film, ich will sagen, die dort gezeigten technischen Möglichkeiten schienen schon recht märchenhaft. Aber der tolle Held (in dem Falle war es Tom Cruise) holte das alles wieder raus und machte diese kleinen Unstimmigkeiten mit der Realität durchaus wett…

Und wer weiß, vielleicht sind die Möglichkeiten ja inzwischen auch gewachsen, und man kann – was werden Wissenschaftler noch so ausbrüten – die Zukunft voraussehen.

Ein mir gut bekannter Physiker grinst zwar immer etwas boshaft, wenn das Thema darauf kommt, denn des Fachs wegen ist ihm wohl klar, daß das so nicht möglich ist. Er murmelt etwas von „Heisenberg“ und „Unschärfenrelation“, zumindest meine ich das zu verstehen. Manchmal hat er es auch mit der Katze, die ein gewisser „Schrodinger“ oder „Schrödinger“ besessen haben muß.

Dennoch, meine Neugier blieb, und ich las diesen Artikel

http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~E57F9EF61E10B4F23B438822F5D070E2D~ATpl~Ecommon~Scontent.htm

Aha. Eine Partei besorgter Menschen, die Lega Nord, hatte eine prima Idee zur Verbrechensprävention. Ein Bürgermeister, wohl dieser Partei besorgter Menschen sehr zugeneigt oder nahestehend, ruft seine Mitmenschen Einheimischen auf, ihm illegale Einwanderer zu melden. Denn merke, diese sind die bösen Jungs.

Es ist ein sehr nobler Ansatz, seine Gemeinden vor Kriminellen schützen zu wollen. Und wenn das funktioniert, mit der Anzeige und dem Rauswurf des illegal eingewanderten Kriminellen, wäre das eine feine und preiswerte Sache. Mir ist nur nicht ganz klar, müßte man die Bezeichnung nicht korrekterweise „illegal eingewanderten unwiederlagbar vermuteten Gesetzesbrecher“ nennen?

Ich gebe zu, für solche Wortschöpfungen sind wieder wir Deutschen zuständig. Wir können das, wie die Geschichte zeigte. Wir können aber noch mehr.

Es gab eine Zeit, da nannte man solche Vorgänge schlicht DENUNZIATION. Man nannte dies auch schon UNTERSTELLUNG. Noch gilt in vielen Ländern der Erde eine juristische Unschuldsvermutung. Offensichtlich gilt diese nur für bestimmte Kreise und in bestimmten Zeiträumen.

Denn in anderen Zeiträumen gilt sie nicht, jedenfalls für Menschen mit bestimmten Merkmalen, und diese sind ja frei verhandelbar. Nicht von den Merkmalsträgern, das ist klar. Wo käme man da auch hin, wenn jeder da mitreden könnte.

Eine gewisse Ordnung muß schon sein. Ich verstehe nur nicht so ganz, weshalb mir die Geschichte so ein komisches Gefühl im Bauch beschert hat. Vielleicht, weil es das schon mal hier gegeben hat? Mit effektiveren Mitteln, mit deutscher Gründlichkeit.

Die Italiener müssen in der Hinsicht noch einiges lernen.

Illegale zu verstecken war jedenfalls in Deutschland vor Jahrzehnten nicht gerade die große Mode, aber es gab das. Der Einsatz war auch etwas höher.

Ich frage mich nun, wenn ich denn mal nach Italien fahre, ob ich dort auch als Ausländer erkannt werde? Und gleich mal prophylaktisch angezeigt werde? Ob ich illegal oder legal dort bin, kann man dann ja noch herausfinden, wenn ich erst einmal festgesetzt bin. Ich frage mich nur, ob ich dann eine eigene Heimfahrkarte bekäme, oder ob ich der Einfachheit halber mit den anderen mitgeschickt werde. Dahin, wo halt die Mehrheit der Truppe herkommt. Oder mutmaßlich herzukommen scheint.