Posts Tagged ‘Elternpflichten’

Wissenschaftliches Jugendcamp in der Schweiz

Juni 13, 2013
 
Das wissenschaftlich-humanistische Sommerlager für Kids im Alter von 9 bis 15 Jahren, vom 4. bis 10. August 2013 in Obersaxen-Mundaun (GR) in der schönen Schweiz.

Für Informationen „auf einen Blick“ bitte den Link anklicken.

http://campquest.ch/wp-content/uploads/2013/04/Flyer-Camp-Quest-2013.pdf

für ausführliche Infos direkt auf der Camp-Quest-Seite:
http://campquest.ch/

Beschneidungs-Gesetzesentwurf: Ich bin empört!

Oktober 12, 2012

Gastartikel von Hans Trutnau
Ich bin empört!

Das (= der Gesetzentwurf des CDU/FDP-Kabinetts, s. http://www.taz.de/Gesetzentwurf-des-Bundeskabinetts/!103271/   Mitte links im Kasten dokumentiert) ist ja wohl ein Schlag ins Gesicht eines jeden Rechtsstaats!  Mal ganz abgesehen von Kindeswohl, ärztlicher Kunst, Ausbildung etc. – wer überprüft da wie was?

Kindesmisshandlungen, Züchtigung von Kindern, selbst Kupieren von Tieren ist VERBOTEN!

Welchen Praktiken wird da Tür und Tor geöffnet?
Nächstes Jahr kommt eine x-beliebige Migrantengruppe aus z.B. dem Sudan daher und verlangt (erfolgreich?!), dass ihre Jahrhunderte bis -tausende Jahre alte ‚Tradition‘ der (Klitorisvorhaut-)Beschneidung von Mädchen erlaubt wird.  Oder das Abschneiden von Ohr-Spitzen, -Läppchen oder irgendwelcher anderer Körperteile von Betroffenen ohne deren Einwilligung…
Inwiefern unterscheidet sich Male Genital Mutilation (MGM) von Female Genital Mutilation (FGM) oder irgend einer anderen Verstümmelung? FGM ist m.W. bei uns nicht explizit verboten, aber geächtet und wird daher in breitem Konsens wie (fast!) jede andere Körperverletzung verurteilt. Weiterführender Link: http://blog.alm.at/male-genital-mutilation/

MGM ist wie FGM vorsätzliche Körperverletzung, die BILLIGEND in Kauf genommen wird und geächtet und VERBOTEN gehört! Das hat null und nichts mit Antisemitismus zu tun; ein Vorwurf dieser Art ist schlicht grotesk!

Empört Euch!

Runder Tisch sexueller Kindesmißbrauch – ohne die Betroffenen?

November 29, 2010
Liebe Mitglieder und Freunde von netzwerkB,

hiermit möchten wir Sie auf unsere geplante Aktion von netzwerkB am
1.12.2010 in Berlin aufmerksam machen.

Pressemitteilung

Ihr Runder Tisch ohne Betroffene ist ein Irrweg!

Seit über einem halben Jahr tagt der „Runde Tisch Sexueller
Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und
öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“. Doch bis heute
schließt er die Betroffenen von sexualisierter Gewalt aus.

Stattdessen zeigt die Zusammensetzung des Runden Tisches – von einigen
wenigen Vertretern von Opferhilfeverbänden abgesehen – eine klare Dominanz
gerade der Organisationen, Arbeitgeber- und Berufsverbände, in deren Reihen
zahlreiche Täter zu finden sind.

Beispielhaft sei hier nur die Katholische Kirche genannt, in deren Reihen
unzählige Fälle sexualisierter Gewalt vorgekommen und jahre- oder gar
jahrzehntelang vertuscht wurden. Mit welchem Recht sitzen Vertreter einer
Organisation, deren Interesse bislang ausschließlich der Täterschutz war,
am Runden Tisch, während diejenigen, denen durch diese Vertuschung
unsägliches Leid widerfahren ist, davon ausgeschlossen werden?

Dieselbe Frage darf in Richtung aller derjenigen Organisationen,
Arbeitgeber- und Berufsverbände gestellt werden, denen das Thema
sexualisierte Gewalt an Kindern seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten bekannt
ist, die aber bislang ebenfalls geschwiegen haben. Mit welchem Recht sitzen
Vertreter von Organisationen, die durch ihr Wegsehen und Schweigen das Leid
vieler Betroffener verlängert haben, am Runden Tisch, während Betroffene
ausgeschlossen bleiben?

Nicht nur Betroffene stellen diese Fragen. Längst wird dieses
Missverhältnis auch bei einigen Teilnehmern des Runden Tisches als
skandalös wahrgenommen. Daran ändert auch eine einmalige Anhörung von
einigen wenigen handverlesenen Betroffenen nichts. Angesichts des
offensichtlichen Missverhältnisses am Runden Tisch muss dies als eine
Maßnahme zur Wahrung des Scheins verstanden werden.

Festzuhalten ist: Am Runden Tisch treffen viele derjenigen zusammen, die
schon bislang wenig Interesse für die Belange der Betroffenen gezeigt
haben. Denen bislang vor allem der Schutz der Täter bzw. der Institution am
Herzen lag.

Dagegen darf offensichtlich die Perspektive, die Erfahrung und die
Expertise der Betroffenen nicht in die Beratungen des Runden Tisches
einfließen.

Jedes Ergebnis, jeder Beschluss eines so einseitig besetzten Runden Tisches
steht damit von Anfang an unter dem Verdacht des weiteren Täterschutzes,
bzw. des Schutzes der jeweiligen Institution. Ohne gleichberechtigte
Partizipation der Betroffenen entbehren sämtliche Äußerungen zu guten
Intentionen, Prävention und geplanten Veränderungen der soliden Basis und
somit jeglicher fachlicher und demokratischer Legitimität.

NetzwerkB fordert die Änderung der strukturellen personellen
Zusammensetzung des Runden Tisches, so dass Betroffene im gleichen
Beteiligungsverhältnis wie Nicht-Betroffene am Tisch sitzen. Nur so können
überzeugende und ernstzunehmende Reformvorschläge zum Schutz vor
sexualisierter Gewalt an Kindern erarbeitet werden.

Für Journalisten-Rückfragen steht netzwerkB am 1.12.2010 von 15:00 bis
18:00 Uhr vor dem HUMBOLDT CARRÉ, Behrenstraße 42, 10117 Berlin, zur
Verfügung.


netzwerkB.org (Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt) ist eine
unabhängige Interessenvertretung. Wir setzen uns für die Rechte Betroffener
ein, indem wir das gesellschaftliche Schweigen brechen, über Ursachen und
Auswirkungen sexualisierter Misshandlung informieren, beraten und uns für
konkrete Veränderungen stark machen.

netzwerkB bittet darum an Betroffene die netzwerkB-Kontaktdaten
weiterzugeben sowie die Kontakt-Email (info@netzwerkb.org) und Website
(www.netzwerkB.org) zu veröffentlichen.

Für Journalisten-Rückfragen:
netzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Nobert Denef, Vorsitzender
Telefon: +49 (0)4503 892782
Mobil: +49 (0)163 1625091


Nachricht weiterleiten
http://norbert.denef.com/newsletter/?p=forward&uid=5e279ad502afb03308450b4aaeb018ae&mid=46

Um sich aus der Liste auszutragen, besuchen Sie
http://norbert.denef.com/newsletter/?p=unsubscribe&uid=5e279ad502afb03308450b4aaeb018ae

http://netzwerkb.org

Früh übt sich…. Mobbing 1

November 10, 2010

Mobbing gibt es überall. Es gehört so zum normalen Erscheinungsbild, daß es oft kein bißchen auffällt. Es wird für normales Sozialverhalten gehalten – und natürlich schwingt da schon die Frage mit, „Was ist überhaupt normal?“.

Um diese Frage geht es hier nicht. Mobbing ist eine ernste Angelegenheit, und früh übt sich, was „normales“ Verhalten sein soll.

Beispielhaft soll dieser Artikel sich mit den Verhaltensweisen und den Möglichkeiten, damit umzugehen, auseinandersetzen: http://www.focus.de/schule/schule/psychologie/psychoterror/mobbing-rollenspiele-staerken-taeter_aid_569957.html

Wer diesen Artikel liest, findet gute Ansätze. Schüler sind während des Schulbesuches der elterlichen Aufsicht entgangen, und folglich obliegt die Aufsichtspflicht den Pädagogen.

Auch wenn es heutzutage aus verschiedenen Gründen „in“ ist, sich als Pädagoge auf „Stoffvermittlung“ zu beschränken (ein weiteres diskussionsfähiges Thema), so haben sie doch gewisse pädagogische Pflichten, die für die Erhaltung der physischen – jedoch auch der psychischen – Gesundheit ihrer Zöglinge sorgen sollen.

Auf verschiedene Techniken zum Erkennen und zum Umgehen mit Mobbing soll hier nicht weiter eingegangen werden, nur auf die basale Pflicht der Verantwortlichen – der Pädagogen.

In einer hierarchischen Struktur, wie es die Sozialstruktur sozialer Lebewesen erfordert, gibt es ranghohe Individuen, die die Verpflichtung haben, für sozial sinnvolles Klima zu sorgen. Stellen sie sich ihrer Pflicht nicht, so entsteht an dieser Stelle ein Vakuum. Interessierte Individuen, die mit verschiedensten Eigeninteressen ausgestattet sind, nutzen dieses Verantwortungsvakuum und füllen es mit eigenen Initiativen aus.

Oder klar auf deutsch gesagt: Scheren sich die Chefs nicht, so nutzt der machtinteressierte Schüler die Chance, sich sein Mütchen zu kühlen – an zumeist Schwächeren.

In diesem Sinne – Ring frei.

Justiziabel ist die Aufsichtspflichtsverletzung in jedem Fall. Mobbingopfer müssen das nur erst einmal erkennen. Dann besteht die Chance zur Veränderung.

Reiche Eltern für ALLE!

Dezember 11, 2009

Gut, gut, das war wohl auch einer der Slogans der Studentenproteste, und damit haben die Studenten ganz recht – wer Qualität verlangt, muß zahlen. Fehlende Qualität jedoch hat einen noch höheren Preis, behauptet der Volksmund.

Das ist ein Problem, mit dem sich die Studentenschaft auseinandersetzen möge, denn irgendwie sind diese Leutchen ja doch schon erwachsen. Also selbständig, unabhängig und eigenverantwortlich lebend. Zumindest dem Gesetz nach.

Minderjährige Kinder jedoch sind das alles nicht.

Hier soll es jedenfalls um einen Aspekt des Kinderlebens gehen, der sehr wichtig ist. Ohne weiteres läßt sich dieses Beispiel auch auf andere Bereiche und Wünsche übertragen. Es geht ums Fahrrad. In einem sehr klugen Artikel der FAZ wird darauf hingewiesen, daß man keine Fahrräder aus dem Discounter für das Kind kaufen sollte. Nachzulesen hier: http://www.faz.net/s/Rub9AE899D74FA64E1C97C29D196E8EB0BB/Doc~E3D7CE7B824A64674952FFE48BF5EFAA5~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Für das Kind, auch aus Gründen der Erhaltung der Gesundheit, aber auch für mehr „fun“ und den geringeren Verschleiß des Fahrgerätes sollte man mehr investieren. Vielleicht sogar mehr als in ein Erwachsenen-Fahrrad.

Ich erinnere mich, als ich mir ein Fahrrad zulegen wollte, das etwas taugt, blickte ich in meinen Geldbeutel – und siehe da, es reichte allenfalls für ein Radl aus dem Baumarkt. Ich habs noch immer. Es ist nicht das peppigste, und es hat auch so seine Macken, und klappern tut es auch noch. Aber es läßt sich radeln, und darauf kommt es mir an. Es soll weder über Berge schroten noch Treppenstufen oder geröllverfüllte trockenliegende Flußbetten in Geschwindigkeitsrausch überwinden.

Nein, es soll einfach nur so bissl durch die Stadt rollen, sagen wir, zur Post.

Ich habe damals auch meinen Kindern jeweils solche Räder zugemutet und sie strengstens ermahnt, mit diesen vorsichtig umzugehen, da das Budget kein weiteres Fahrrad zuläßt. Die Wahrheit ist: der Zeitungsschreiber hat ja so recht!

Die Fahrräder meiner Kinder haben eine Weile gehalten. Dann wurden sie entsorgt. Zu meinem Glück sind meine Kinder inzwischen erwachsen, jedoch keine Studenten.

So bleiben sie vor dem Anliegen verschont, sich reiche Eltern suchen zu müssen. Nein, sie dürfen sich selbst kümmern. Und ich, als nicht ausreichend reicher Elternteil guck ihnen dabei ein wenig von der Ferne aus zu.

Wir werden sehen, ob sie sich jemals wieder ein Fahrrad zulegen werden. Eines, das höchsten Ansprüchen gerecht wird…

Nicht: „…eine Familientragödie“, sondern versuchter Mord

Dezember 10, 2009

Ein Mann ist wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Während in den Zeitungen meist von „Familientragödie“ berichtet wird, nannte das Gericht die Aktion ganz zutreffend einen versuchten Mord, nachzulesen hier http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,666181,00.html

Ein Vater versuchte also, seine Kinder – zu denen er schon einige Zeit keinen Kontakt mehr hatte – mit einem Hammer zu erschlagen. Warum er dies tat, kann man nur vermuten, aber einige Hypothesen dazu liegen recht nahe:

– Das Kind als Besitz. Und verliert er seinen Besitz, so kann er im Zorn gedacht haben, „wenn ich die nicht besitzen darf, darf sie keiner besitzen“. Klassisches Motiv beim Eifersuchtsmord, und sehr entlarvend.

– Die Mutter hart bestrafen. Einer Mutter – vorausgesetzt einmal, sie hat ein gutes Verhältnis zu ihren Kindern und nimmt an ihren Fortschritten und ihrem Leben regen Anteil – die Kinder nicht nur zu entziehen, sondern sie auch noch dazu zu zwingen, diese begraben zu müssen, ist eine extrem harte „Strafe“. Klassisches Rache-Motiv.

– Die Kinder „erlösen“ aus ihrem eventuell schwierigen Leben. Damit nimmt der Täter eine Heils-Figuren-Haltung an, und geht schlicht davon aus, daß er problemlos einschätzen kann, wie lebenswert das Leben für diese Kinder noch ist. Und er legt individuell fest, daß der Lebenswert für diese Kinder nicht mehr ausreicht. Klassisches Erlöser-Motiv mit Perfektionismus-Anspruch.

– Kränkung. Er wurde nicht um seine Ansicht zu der ganzen Angelegenheit gefragt, sondern die Entscheidungen fielen ohne ihn. Widerum ein klassisches Rache-Motiv, gepaart mit einem ausgeprägten Größenwahn.

– Zorn/Wut. Weder wurde er gefragt, noch wurde er besänftigt. Möglicherweise erwartete er einen gewissen Unterwerfungs-Gestus, um Großmut walten zu lassen, oder auch nicht. Rache-Motiv mit Größenwahn.

Möglicherweise habe ich einge der Gründe dieses Vaters vergessen oder nicht ganz verstanden. Mir ist auch nicht bekannt, welche er selbst angegeben haben mag. Aber die Zielrichtung seines Handelns ist klar ersichtlich: den Kindern einen großen Schaden zufügen, um die Mutter zu treffen.

Man möge mich nicht falsch verstehen. Dies ist nicht an die biologische Vaterschaft gekoppelt, und auch nicht an das biologische Geschlecht. Wichtig ist hier nur, daß ein Mensch seine Möglichkeiten genutzt hat, um einen anderen Menschen fertigzumachen, und dabei schwere Folgen für unbeteiligte und ausgelieferte Wehrlose nicht nur billigend in Kauf nahm, sondern auch gezielt als Mittel verwendete.

Besonders ins Auge fällt, daß er der Polizei erst einen Wink gab, als er meinte, die Kinder seien nun wirklich tot.

Das Beispiel zeigt, daß die Sorgerechtsfrage und die Frage nach dem Kindeswohl eine sehr wichtige Frage ist, die nicht nach einem beliebigen Schema, nicht nach Wunschdenken und nicht leichtfertig gehandhabt werden darf. Zum Schutz von Minderjährigen, die sich noch nicht selbst schützen können.

Die Sorgen lediger Väter…

Dezember 4, 2009

„Väter-„organisationen jubeln. Der Europäische Menschenrechts -Gerichtshof hat wieder einmal ein Urteil zum Thema „Das Recht am Kind“ gefällt. Hier nachzulesen, daß ein lediger und nicht sorgeberechtigter Vater Rechte erhalten soll. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,665007,00.html

Es ist nicht der erste Entscheid des Eu MGH, der von einem speziellen Sachverstand zeugt. Da gab es den Fall „Görgülü“, der von vielen mit vollem Interesse verfolgt wurde.

Es wurde einem Adoptivkind die Familie, in der es lebte, entzogen. Der Vater dieses Kindes, verheiratet und an Folgen seiner außerehelichen sexuellen Kontakte augenscheinlich vordringlich nicht weiter interessiert, bekam Rechte am Kind.

Die Kindesmutter hatte dieses Kind zeitnah zur Geburt zur Adoption freigegeben. Inzwischen mußte das Kind seine eigenen, ihm bekannten Eltern – die Adoptiveltern – verlassen und „darf“ nun in der Familie des  biologischen Vaters leben. Nach dem Kindeswohl, dem Kindesrecht (das offensichtlich nicht existiert) und der gesunden Unterstützung der Kindesentwicklung hat kein Eu MGH gefragt. Dort ist man sicherlich sehr zufrieden mit der Entwicklung der Dinge. Die Entwicklung des Kindes ist hingegen eher mäßig.

Hier ein Überblick zu diesem Fall, wer sich hindurcharbeiten will http://www.agsp.de/html/n487.html

Ein etwas ähnlicher Artikel, kürzer, leider auch im Juristen-Jargon, hier http://www.agsp.de/html/a109.html

Man muß davon ausgehen, daß die meisten ledigen Väter mit ihren Fällen ganz anders gelagert sind. Weder haben sie die betreffenden Schwangerschaften ignorriert noch haben sie das Kind vernachlässigt, gar mißhandelt oder traumatisiert. Sie leiden darunter, daß ihnen das Umgangsrecht verwehrt wird und sie kein Sorgerecht erhalten können.

Der fehlerhafte Gedankengang liegt auch beim Gesetzgeber. Denn wäre es vom Gesetzgeber nicht als Sorgerecht benannt worden (was historische Ursachen hat), sondern Sorgepflicht, würden sich die Väterwünsche doch gleich ganz anders anhören.

Mütter und Vereine würden diese modernen Väter hochleben lassen, die sich darum reißen, Pflichten rund ums Kind übernehmen zu dürfen. Es würde Auszeichnungen hageln, und Chefs würde die komische Frage nach dem „Babyjahr für Sie? Sie sind doch ein Mann!“ gänzlich im Halse stecken bleiben.

Leider ist es nicht so häufig, daß die klagenden Väter die Pflichten im Auge haben, wenn sie „sich um ihre Kinder kümmern wollen“.

Leider, muß man sagen, gibt es auch ausreichend Mütter, die sich diesen Pflichten nicht stellen können. Die Pflegekinder-Ressorts der Jugendämter können davon ganze Arien singen. Diesen Müttern, die aus verschiednen Gründen ihre Pflichten nicht absolvieren können, haben sehr selten Väter zu bieten, die sich mehr darum bemühen würden. In manchen Fällen hat das Kind mit beiden Eltern kein gutes Los gezogen, und es in solchen Fällen in Pflege zu geben, ist ein Geschenk, das nur wenigen Kindern zukommt, ohne langwierige Kämpfe und zähes Herumgezerrtwerden überstehen zu müssen…

Ich möchte mich hier aber nicht auf die Fälle mit deutlichen Defiziten konzentieren, sie sind zu komplex, um das kurz abhandeln zu können. Ein Lesetip von mir, wer sich dafür interessiert, http://www.agsp.de/html/r192.html

Der Vater, der für das Umgangsrecht streitet und am liebsten der Mutter seines Kindes alle Rechte verwehren wollte, möge sich ein wenig mit der Geschichte vertraut machen.

Bis 1969 war es – paradiesische Verhältnisse, nicht? – nicht vorgesehen, daß eine Mutter das Sorgerecht für ihr Kind bekommt. Eine Mutter war entweder verheiratet – Sorgerecht beim Vater , geschieden – Sorgerecht beim Vater, oder in allen anderen Fällen mit einem sorgeberechtigten Vormund ausgestattet.

Die Auswirkungen solcher Politik ist recht kurzweilig in der Autobiographie des Schauspielers Gottfried  John nachzulesen, „Bekenntnisse eines Unerzogenen“. Es gibt auch weniger bekannte Leute, denen ähnliches zugestoßen ist. Ein Amtsvormund war berechtigt, ein Kind der ledigen Mutter zu entziehen, und es in ein Kinderheim zu stecken. Ein geschiedener Vater war leicht in der Lage, die Mutter von den Kindern fernzuhalten, wenn ihm der Einfluß nicht zusagte.

Ein geschiedener Vater, der seine Exfrau zur Kindespflege beauftragte (nicht sie durfte entscheiden, das entschied ER), war über das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder in der Lage, die gesamten Lebensumstände der geschiedenen Frau zu bestimmen. Das ging von Schulbesuch, Gesundheitsfürsorge bis zur Festlegung des Wohnortes.

Natürlich galt auch der Scheidungsgrund, damals wurde noch „schuldig“ geschieden. Eine schuldig geschiedene Frau war ihre Kinder natürlich los, und ein schuldig geschiedener Mann konnte trotzdem Sorgeberechtigter seiner Kinder sein. Oder aber es gab einen Amtsvormund.

Ein Vater, der heute um das Recht kämpft, die Sorgepflichten für sein Kind erfüllen zu dürfen, hat ein schweres Erbe in Form dieser historischen Belastung zu tragen.

Dabei kann es doch immer nur um eines gehen: was ist gut und sinnvoll für das Kind. Im Eifer des Streites wird das nur allzuoft in die hinterste Ecke gedrängt.

Die alte Frage drängt sich wieder in den Vordergrund: wem nützt es. Daraus kann man ableiten, wie es klappen wird.

Also, liebe ledige Väter: selbst wenn die Gesetze geändert werden, ist so mancher Sieg mit Machtmitteln ein Pyrrhus-Sieg.

Oh, Baby, Baby…

November 26, 2009

Eine nicht ganz neue Geschichte. Schon Moses soll in einem Körbchen den Nil heruntergeschwommen sein, und eine Pharaonentochter erbarmte sich seiner und rettete ihm das Leben und gab ihm eine Zukunft…

So sagt es die Legende.

Einige deutsche Vereine haben im Verbund mit religiösen Honoratioren diesen schönen Brauch wiederbelebt, vor ungefähr 10 Jahren. Das nannte sich Babyklappe und sollte „verzweifelten jungen Frauen die Möglichkeit geben, ihr Kind am Leben zu halten“, äh, am Leben zu lassen.

Der Gedanke dahinter war, wenn eine sich schon anknallen ließ, und dann auch noch schwanger wurde, und das Kind aus allen möglichen Gründen nicht behalten könnte, würde sie es sicher umbringen. Man hört ja ab und zu solche Horrorstories, Babys in Tiefkühltruhen oder einbetoniert in Blumenkübeln und was dergleichen schöne Ablageorte noch wären.

Aus diesen Fällen leitete man ab, daß eine Babyklappe, bei der das Kind heimlich abgelegt werden kann, denn die Kirchentreppen sind heuer doch etwas zu gut beobachtet, diesen Kindern das Leben retten könnte.

Inzwischen, ich erwähnte es schon, gibts die Babyklappen schon seit etwa 10 Jahren. Daß sie im rechtsfreien Raum operieren, hat bisher auch nicht weiter gestört. Und ich neige auch eher zu der Ansicht, daß die Horrorstories von Tiefkühltruhen oder Blumenkübeln nicht seltener geworden sind.

Aber da müssen sich schon Fachleute drum kümmern. Ich kann nur vermuten, daß die Klappen also ihren Job so gar nicht richtig erfolgreich tun.

Andererseits hat heute eine Mutter das Recht, ihr Kind zur Adoption abzugeben, wenn sie es nicht selbst aufziehen kann oder mag. Das darf sie sich nach der Geburt auch noch mal 8 Wochen überlegen. Eine Einwilligungserklärung ist nämlich erst nach diesen ersten 8 Wochen nach der Geburt rechtsgültig abzugeben. Vermutlich will der Gesetzgeber dem Umstand Rechnung tragen, daß eine Frau kurz nach einer Geburt seelisch etwas aufgewühlt ist. Ich habe mir allerdings sagen lassen, daß es auch Väter gibt, die es emotional aufwühlt, ein Kind zu bekommen…

Nun denn, es gibt seit Bestehen der Babyklappen kritische Stimmen GEGEN diese Klappen. Mittlerweile hat sich der Ethikrat damit befaßt und eine Empfehlung dazu abgegeben: http://www.welt.de/politik/deutschland/article5334945/Ethikrat-empfiehlt-Schliessung-von-Babyklappen.html

Darauf melden sich massiv Stimme zu Wort, die sich sehr FÜR die Fortführung der Babyklappen stark machen. Sehen wir uns das etwas genauer an. Es sind bekannte Herren der Religionsfraktion, denen allerdings von ihren eigenen Fachfrauen widersprochen wird, nachzulesen im angegebenen Artikel. Eine Bischöfin wird diesbezüglich für die Herrenriege zitiert, aber halten wir ihr mal zugute, daß sie nicht so genau durchschaut, worum es da geht.

Eine anonyme Geburt ist in Deutschland offiziell derzeit nicht möglich. Das hat gute Gründe, denn einerseits hat das Kind das Recht zu erfahren, von wem es abstammt. Andererseits würde anonyme Geburt bedeuten, die liebe Mama trägt die Kosten sofort und bar, oder sie hat hierfür sofort einen solventen Geldgeber. Die Krankenkasse jedenfalls kann den Klinikaufenthalt nicht finanzieren, wenn´s ANONYM geschieht. Kann sie das nämlich, weiß sie, für welche Versicherte sie zahlt…

Das bedeutet aber ebenso, daß die Schwangere ohne jegliche Unterstützung und Hilfe durch die Geburt hindurch muß. Sieht so aus, als wäre das natürlich unbedeutend. Kleinigkeit?

Dies also ist ein Problem. Das nächste Problem ist natürlich, daß in der Babyklappe abgelegte Kinder tatsächlich anonyme Kinder sind, also unbekannte Kinder.

Wer könnte ein Interesse daran haben, ein Kind völlig anonym bleiben zu lassen? Weniger die Mutter, die zu einer Adoptionsfreigabe bereit ist – vielleicht ein unwilliger Vater? Offensichtlich wissen die Herren Kirchenoberen recht gut, was die eigentliche Ursache für die Babyklappe ist… der anonym zu bleiben wünschende Kindeserzeuger.

Da die Kinder anonym sind, ist auch jeglicher Willkür und kriminellen Handlungen einiges an Möglichkeiten zugewachsen. Der Inzest-Täter ist sicherlich ebenso angetan von den Möglichkeiten wie der Zuhälter, der sein Pferdchen disziplinieren, erpressen oder einfach fertig machen will.

Über Folgeprobleme, die sich noch für unregistrierte Kinder und kriminell interessierte Beteiligte ergeben könnten, möchte ich gar nicht spekulieren.

Wo ein Markt existiert, finden sich früher oder später auch Anbieter. Und auch Gesetze hindern daran nicht unbedingt.

Der Umgang mit Eltern

November 22, 2009

Hier nun die erste Angelegenheit, die mir zwischen die Finger kam.

Da tönt die Südwest-CDU, sie hättte die Lösung für „Eltern, die sich zu wenig um ihre Kinder kümmern“.

Eine Beschulung für hilflose Eltern? Mitnichten.

Die Herren (und sicherlich einige Damen) wollen diejenigen Eltern „sanktionieren, die sich nicht richtig um ihre Kinder kümmern“ – sinngemäß. Sie wollen ihnen Gelder entziehen, die für deren Kinder gedacht sind.

Ja, geben wir das Geld doch gleich der Schule, die wird es schon hinkriegen. Sie sind sicher auch der Auffassung, daß die bundesdeutschen Schulen ein Hort der Sicherheit sind, von Bildung ganz zu schweigen.

Nun denn, sicherlich sind nicht Eltern gemeint, die sich einen Chauffeur für den Schulweg ihrer Kinder leisten können, eine Nanny für die anstrengenden Nachmittage mit den Kindern, wenn diese mangels Finanzen Interessen weder die Musikschule noch einen Sportverein besuchen… Wenn ihre Kinder, gestreßt aus dem wohlwollenden Bildungssystem nach Hause kommend, ohne vernünftiges Schulessen-Angebot (Süßkram zählt ausdrücklich nicht in diese Kategorie), frustriert und nach einem entsprechenden Ausgleich suchend. Nach einem sicherlich nicht sehr konstruktiven Ausgleich suchend – denn das muß man erst einmal gelernt haben…

Nein, es geht wieder einmal um die Hartz4er, die Underdogs. Das war vermutlich schon absehbar. Armut der Eltern ist selbstverschuldet, und ihre Kinder haben dafür gefälligst zu haften…? Ist Dummheit und Unwissenheit Ursache oder Folge von Armut? Darüber wird man später noch diskutieren können.

Ihnen soll das Kindergeld und Sonstiges an Zuschüssen für ihre Kinder entzogen werden, denn „die CDU will keine halbverhungerten Kinder mehr in Schulen sitzen haben“.

  • Und dann wird es besser?  Glauben die Intelligenzier der CDU wirklich, daß Kinder besser versorgt und ernährt werden, wenn man ihren Eltern die Gelder weiter entzieht?
  • Gibt es dann Wochenende geöffnete Schulen, die sich dann (ausgestattet mit den Geldern, die den Eltern entzogen wurden) um die Ernährung und Bekleidung der Kinder kümmern werden?
  • Werden die Schulen mit den Geldern, die man den Eltern als Kinderbonus gab, ihren Auftrag erfüllen können? Oder wird nachfinanziert werden müssen?
  • Wird sich die entsprechende Schule dann auch um all die anderen zu finanzierenden Belange kümmern, die Eltern aus dem kümmerlichen Kindergeld mitzutragen hätten? Oder fallen diese Dinge dann einfach unter den Tisch?

Oder bleiben diese Aufgaben bei den Eltern – die dann weiter bestraft werden müssen, da sie ohne Finanzen diese Ausgaben einfach nicht tragen können werden?

Man darf gespannt sein, wie sich das staatliche Schutznetz, das die CDU zusammenspinnt, auf die positive Kindesentwicklung der Underdogs und ihrer Zukunft auswirken wird.

Nachzulesen ist der Geistesblitz der Südwest-CDU beispielhaft hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,662640,00.html