Posts Tagged ‘Geldentzug’

einander zuarbeitend?

Juli 8, 2011

Es ist schon auffällig, wie gut sich verschiedene Einrichtungen zu ergänzen versuchen.
Das erinnert mich an dieses alte Gespräch zwischen Bischof und Fronherr: „halte du sie dumm, ich halte sie arm…“.

Es lohnt sich durchaus, sich zu wehren. Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!
Man sieht an diesem Fall, daß es durchaus auch seine Berechtigung hat, sich sein Recht einzufordern.

Kein Gott - Kein Geld. Es lebe die Nächstenliebe der Caritas. Für eine Trennung der Kirche vom Staat. Von: Heiliger Stuhl

Quelle: https://www.facebook.com/heiligerstuhl

 

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Hartz4-Totalreform?

Januar 8, 2010

Rüttgers, der gute Mensch von Sezuan, will Hartz4 reformieren.

Hier nachlesbar

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,670731,00.html

Feine Sache das, wenn es dafür sorgt, daß Menschen sich nicht mehr als Nutzlose vor dem TV zum geistigen Winterschlaf platzieren. Gute Idee auch, daß sie mehr dazuverdienen dürfen sollen. Wer weiß, vielleicht würde es den einen oder anderen – prinzipiell eher ehrlich strukturierten – Menschen zu weniger Schwarzarbeit verführen.

Obwohl es eher eine Sache der Chefs ist, ob sie bereit sind, jemanden wahrhaftig für seine Leistungen zu entlöhnen, auch nebenkostenmäßig…

Aber warten wir es einfach ab.

Möchte jemand Prognosen abgeben?

Ich tippe ja darauf: der Name wird geändert, die Daumenschrauben eine Runde weitergedreht (man mache sich frisch…) und sonst… sonst…

Nun ja. Eine Umbenennung ist doch auch schon eine Reform, nicht wahr?

Invasion der Hartz-4er

November 30, 2009

Einen  Artikel schrieb die Welt über die Häufigkeit von Stütze-Empfang in diesem Land.

http://www.welt.de/wirtschaft/article5374023/Jede-zehnte-Buerger-lebt-auf-Staatskosten.html

Interessant ist der Artikel allerdings nur mäßig. Man ist froh, daß man selbst nicht dazu gehört, oder man akzeptiert den Zustand als Hartzie gottergeben wie eine Krankheit.

Dennoch ist es bedenkenswert, und zwar aus struktureller Sicht. Wir leben also in einem Zustand, in dem es normal ist, daß 1/10 der Bevölkerung in Armutsverhältnissen leben. Dazu kommt dann noch eine unbekannte Anzahl von Menschen, die nur ganz knapp darüber liegen.

Man muß sich ernsthaft fragen, was ist das für eine Kultur, die dies für normal hält? Es wird immer so gern vom christlich-abendländischen Kulturraum gesprochen. Nun, es ist also wahrhaft christlich, eine nicht unbedeutende Anzahl von Mitmenschen in prekären Verhältnissen leben zu lassen, und ihnen dann mildtätig die eine oder andere Gabe zuzustecken. Gerade, wenns auf Weihnachten zugeht!

Aber mehr auch nicht – einmal muß Schluß sein!

Wesentlich interessanter sind allerdings die Kommentare, die zu diesem Artikel geschrieben wurden.

Zum Beispiel gibt ein gewisser „Vorschlag“ am 30. 11. um 8.58 zu verstehen, daß die Lösung des Problems die Abschiebung jedes Asylanten sowie die Ausgabe von Essenmarken und die Streichung des Kindergeldes für jedes Kind nach dem 2. sein würde.

Man erkennt, daß er weder Asylant, noch Arbeitsloser, noch Elternteil ist, zumindest kein aktiver Elternteil.

„Steuerzahler“ sagt am 30.11.09 um 8.58, daß es seines (des Steuerzahlers) Geld und das seiner Enkel sei, das da dem Nachbars-Kampfhund in den Rachen geworfen würde.

Interessant, denn von welcher Art Kampfhund spricht er? Vom Deutschen Schäferhund, der die Beißstatistik anführt? Dennoch, ein wichtiger Hinweis allemal – das Geld der Allgemeinheit, für das Allgemeinwohl, solle für das Allgemeinwohl ausgegeben werden. So verstehe ich ihn.

Damit stellt er klar, daß die Arbeitslosen wohl eher nicht dazu gehören. Und auch die Familienministerin wird weiter barmen müssen, daß die Deutschen aussterben werden…

Natürlich gibt es auch andere Kommentare, wie „Familienvater“, der sich sorgt, er könnte seine Arbeit verlieren.

Das aber sind doch die Loser, und die gehören mit in diese Riege, die doch sehen solle, wie sie zurecht kommen. Man braucht ihnen nur den Geldhahn abdrehen. Sie werden sich in Luft auflösen und einfach, still und leise spurlos verschwinden… und schon gibts keine Arbeitslosigkeit mehr. Vollbeschäftigung für alle.

Kenne ich solche Ideen nicht schon? Aus dem Geschichtsunterricht?

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch…

Der Umgang mit Eltern

November 22, 2009

Hier nun die erste Angelegenheit, die mir zwischen die Finger kam.

Da tönt die Südwest-CDU, sie hättte die Lösung für „Eltern, die sich zu wenig um ihre Kinder kümmern“.

Eine Beschulung für hilflose Eltern? Mitnichten.

Die Herren (und sicherlich einige Damen) wollen diejenigen Eltern „sanktionieren, die sich nicht richtig um ihre Kinder kümmern“ – sinngemäß. Sie wollen ihnen Gelder entziehen, die für deren Kinder gedacht sind.

Ja, geben wir das Geld doch gleich der Schule, die wird es schon hinkriegen. Sie sind sicher auch der Auffassung, daß die bundesdeutschen Schulen ein Hort der Sicherheit sind, von Bildung ganz zu schweigen.

Nun denn, sicherlich sind nicht Eltern gemeint, die sich einen Chauffeur für den Schulweg ihrer Kinder leisten können, eine Nanny für die anstrengenden Nachmittage mit den Kindern, wenn diese mangels Finanzen Interessen weder die Musikschule noch einen Sportverein besuchen… Wenn ihre Kinder, gestreßt aus dem wohlwollenden Bildungssystem nach Hause kommend, ohne vernünftiges Schulessen-Angebot (Süßkram zählt ausdrücklich nicht in diese Kategorie), frustriert und nach einem entsprechenden Ausgleich suchend. Nach einem sicherlich nicht sehr konstruktiven Ausgleich suchend – denn das muß man erst einmal gelernt haben…

Nein, es geht wieder einmal um die Hartz4er, die Underdogs. Das war vermutlich schon absehbar. Armut der Eltern ist selbstverschuldet, und ihre Kinder haben dafür gefälligst zu haften…? Ist Dummheit und Unwissenheit Ursache oder Folge von Armut? Darüber wird man später noch diskutieren können.

Ihnen soll das Kindergeld und Sonstiges an Zuschüssen für ihre Kinder entzogen werden, denn „die CDU will keine halbverhungerten Kinder mehr in Schulen sitzen haben“.

  • Und dann wird es besser?  Glauben die Intelligenzier der CDU wirklich, daß Kinder besser versorgt und ernährt werden, wenn man ihren Eltern die Gelder weiter entzieht?
  • Gibt es dann Wochenende geöffnete Schulen, die sich dann (ausgestattet mit den Geldern, die den Eltern entzogen wurden) um die Ernährung und Bekleidung der Kinder kümmern werden?
  • Werden die Schulen mit den Geldern, die man den Eltern als Kinderbonus gab, ihren Auftrag erfüllen können? Oder wird nachfinanziert werden müssen?
  • Wird sich die entsprechende Schule dann auch um all die anderen zu finanzierenden Belange kümmern, die Eltern aus dem kümmerlichen Kindergeld mitzutragen hätten? Oder fallen diese Dinge dann einfach unter den Tisch?

Oder bleiben diese Aufgaben bei den Eltern – die dann weiter bestraft werden müssen, da sie ohne Finanzen diese Ausgaben einfach nicht tragen können werden?

Man darf gespannt sein, wie sich das staatliche Schutznetz, das die CDU zusammenspinnt, auf die positive Kindesentwicklung der Underdogs und ihrer Zukunft auswirken wird.

Nachzulesen ist der Geistesblitz der Südwest-CDU beispielhaft hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,662640,00.html