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Der Umgang mit Eltern

November 22, 2009

Hier nun die erste Angelegenheit, die mir zwischen die Finger kam.

Da tönt die Südwest-CDU, sie hättte die Lösung für „Eltern, die sich zu wenig um ihre Kinder kümmern“.

Eine Beschulung für hilflose Eltern? Mitnichten.

Die Herren (und sicherlich einige Damen) wollen diejenigen Eltern „sanktionieren, die sich nicht richtig um ihre Kinder kümmern“ – sinngemäß. Sie wollen ihnen Gelder entziehen, die für deren Kinder gedacht sind.

Ja, geben wir das Geld doch gleich der Schule, die wird es schon hinkriegen. Sie sind sicher auch der Auffassung, daß die bundesdeutschen Schulen ein Hort der Sicherheit sind, von Bildung ganz zu schweigen.

Nun denn, sicherlich sind nicht Eltern gemeint, die sich einen Chauffeur für den Schulweg ihrer Kinder leisten können, eine Nanny für die anstrengenden Nachmittage mit den Kindern, wenn diese mangels Finanzen Interessen weder die Musikschule noch einen Sportverein besuchen… Wenn ihre Kinder, gestreßt aus dem wohlwollenden Bildungssystem nach Hause kommend, ohne vernünftiges Schulessen-Angebot (Süßkram zählt ausdrücklich nicht in diese Kategorie), frustriert und nach einem entsprechenden Ausgleich suchend. Nach einem sicherlich nicht sehr konstruktiven Ausgleich suchend – denn das muß man erst einmal gelernt haben…

Nein, es geht wieder einmal um die Hartz4er, die Underdogs. Das war vermutlich schon absehbar. Armut der Eltern ist selbstverschuldet, und ihre Kinder haben dafür gefälligst zu haften…? Ist Dummheit und Unwissenheit Ursache oder Folge von Armut? Darüber wird man später noch diskutieren können.

Ihnen soll das Kindergeld und Sonstiges an Zuschüssen für ihre Kinder entzogen werden, denn „die CDU will keine halbverhungerten Kinder mehr in Schulen sitzen haben“.

  • Und dann wird es besser?  Glauben die Intelligenzier der CDU wirklich, daß Kinder besser versorgt und ernährt werden, wenn man ihren Eltern die Gelder weiter entzieht?
  • Gibt es dann Wochenende geöffnete Schulen, die sich dann (ausgestattet mit den Geldern, die den Eltern entzogen wurden) um die Ernährung und Bekleidung der Kinder kümmern werden?
  • Werden die Schulen mit den Geldern, die man den Eltern als Kinderbonus gab, ihren Auftrag erfüllen können? Oder wird nachfinanziert werden müssen?
  • Wird sich die entsprechende Schule dann auch um all die anderen zu finanzierenden Belange kümmern, die Eltern aus dem kümmerlichen Kindergeld mitzutragen hätten? Oder fallen diese Dinge dann einfach unter den Tisch?

Oder bleiben diese Aufgaben bei den Eltern – die dann weiter bestraft werden müssen, da sie ohne Finanzen diese Ausgaben einfach nicht tragen können werden?

Man darf gespannt sein, wie sich das staatliche Schutznetz, das die CDU zusammenspinnt, auf die positive Kindesentwicklung der Underdogs und ihrer Zukunft auswirken wird.

Nachzulesen ist der Geistesblitz der Südwest-CDU beispielhaft hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,662640,00.html