Posts Tagged ‘Urlaub’

Wie man die christliche Religion schützt

Dezember 1, 2009

Ich lese gerade Zeitung. Und ganz unvermittelt springt mich eine Überschrift an „Freier Sonntag hilft Religion mehr als Minarettstop“.

Da bin ich doch verwirrt. Der Minarettstop hilft also der Religion auch ein wenig, wenn auch nicht so viel wie der freie Sonntag.

Welcher Religion denn?

Eine gute Frage.

Und wie hilft der freie Sonntag der Religion? Ist es dazu nötig, daß ALLE einen freien Sonntag haben? Also die Fischfrau auf dem Fischmarkt genauso wie die Käsefrau auf dem Käsemarkt? Der Schornsteinfeger wie der Bäcker?

Was ist mit dem Notarzt und seinem Rettungssanitäter? Die müßten auch frei haben.

Der Pastor auf der Kanzel müßte frei haben.

Die Fluglotsen und die Piloten müßten frei haben, und natürlich auch die Stewardessen.

Wie ist das im Kinderkrankenhaus? Müssen dann am Sonntag die Kindeseltern antreten und 24 Stunden Dienst schieben für ihr Kind? Ich frage mich aber, ob das beim Verabreichen von nötigen Injektionen, sagen wir mal, ein wenig stressig werden könnte?

Im Altenheim dürfen sich die Alten am Sonntag selbst kümmern. Sie sollten sich freuen, auch sie haben mal frei…

Klingt das nicht verlockend?

Ich hatte ja schon immer den Verdacht, wenn man Religion mit Unsinn vermischt, wird es wohl nicht besser werden.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article5390863/Freier-Sonntag-hilft-Religion-mehr-als-Minarettstopp.html

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Wirtschaftskrise trifft vor allem Männer?

November 24, 2009

So schreibt es jedenfalls die Zeitung (beispielhaft hier nachzulesen: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,662835,00.html )

Herausgefunden hat das jedenfalls eine kluge EU-Kommission. Die wissen es genau! Natürlich haben Frauen ganz andere Lebensmodelle, kann man daraus schließen. Sie finanzieren ihr Leben nicht mit Arbeit, stimmts? Ich habe jetzt zwar keine konkrete Idee, wie Frauen – und Kinder – das so hinkriegen, aber wenn sie nicht unter der Krise zu leiden haben?

Männer können da nur ganz neidisch gucken. Die Wirtschaftskrise trifft sie also viel härter. Was schreibt das Massenblatt zur Massenunterhaltung hochseriöse Informationsmedium dazu?

„In der Krise haben vor allem Männer ihre Jobs verloren.“

Muß man nun daraus schließen, daß Frauen ihre Jobs nicht verlieren? Das klingt ja sehr modern.

Oder bekommen die Frauen nun die gutbezahlten Jobs der Männer? Haben die Frauen also etwa krisensichere Jobs?

Des Rätsels Lösung sieht dann aber etwas weniger nett aus, und Frauen, allen voran alleinerziehende Mütter, sind wohl doch eher bei der Hartz-4-Behörde zu finden als in einem krisenfesten Job. Also, als Hilfeempfänger, nicht unbedingt als Sachbearbeiterinnen…

Es liegt vielmehr daran, „daß die Krise Männerdomänen wie die Bauwirtschaft und die Automobilindustrie besonders hart getroffen habe, schreibt die Kommission.“

Worüber die Kommission nichts schreibt, ist die schlichte Tatsache, daß man seine Arbeit nur verlieren kann, wenn man zuvor erst einmal eine hatte. Eine bezahlte Arbeit, so richtig mit Gehalt und Urlaubstagen.

Denn unbezahlte Arbeit gibt es genug, davon können Frauen – besonders Mütter – eine Menge erzählen. Arbeit ohne Gehalt, zum Ausgleich aber auch ohne Feierabend.

Na, DAS ist doch auch was wert!